Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
Seite
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aus dem Dunkel der Treppe heraus kam, sah er zwei Scitenwände ausgroßen Quadern in den See hinaus laufen, steinerne Simse an ihrenSeiten führend, daß man auf ihnen neben dem Wasserspiegel, der denFußboden der Halle bildete, hin gehen konnte. Oben war ein festesDach, die Mauern hatten keine Fenster, und alles Licht kam durch diegegen den See gerichtete Wand herein, die ein Gitter aus sehr starkenEichcnbohlen war. Die vierte, nämlich die Rückwand, bildete der Felsder Insel. Viele Pflöcke waren in den Grund getrieben und an manchenderselben hing mittelst eines Eisenschlosses ein Kahn. Der Raum warsehr groß und mußte eiust viele solche Kähne in sich liegen gehabt haben,wie das vielfach abgeschlciste Ansehen der Eisenringc der Pflöcke zeigte;aber jetzt waren nur mehr vier da, die ziemlich neu waren, sehr gut ge-baut, und mit Ketten und versperrten Schlössern in den Ringen hingen.Das Bohlenwerk hatte mehrere Thüren zum Hinausfahren in den See,aber sie waren alle verschlossen, und die Balken gingen unerstchtlich tiefin das Wasser hinab.

Victor blieb stehen und sah in die grünblinkcnden Lichter des Sees,die zwischen den schwarzen Balken des Eichenholzes herein schienen. Ersetzte sich dann nach einer Weile auf den Rand eines Kahnes, um mitder Hand die Wärme des Seewassers zu prüfen. Es war nicht so kalt,als er es wegen seiner durchsichtigen Klarheit geschätzt hatte. Seit seinerKindheit war das Schwimmen eines seiner liebsten Vergnügen gewesen.Als er daher gehört hatte, das Haus seines Oheims liege auf einer Insel,nahm er sein Schwimmkleid in dem Ränzlein mit, um dieser Hebungrecht oft nach zu gehen. Dies fiel ihm hier in dem Wassersaale augen-blicklich ein, und er begann die Stellen wegen künftigen Schwimmübun-gen mit den Augen zu prüfe», aber er erkannte gleich die Unmöglichkeit;denn, wo die Kähne hingen, war es zu seicht, und wo cs tiefer wurde,gingen gleich die Bohlen in das Wasser nieder. Zum Durchkommendurch die Bohlen war ebenfalls keine Aussicht vorhanden; denn sie wa-ren so enge an einander, daß sich nicht der schlankste Körper hätte hinauszwängen können. Es blieb daher nichts übrig, als sich dieses Wasserhausfür die Zukunft zum bloßen Badeplatzc zu bestimmen.

Zum Thcile erfüllte er diese Absicht gleich auf der Stelle. Er legteso viel von seinen Kleidungsstücken ab, als nöthig war, einige Körpcr-theile, namentlich Schultern, Brust, Arme und Füße zu waschen. Den