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Spitz badete er ebenfalls. Hierauf legte er seine Kleider wieder an, undstieg die Stufen zurück empor, die er herabgegangen war. Als er sodannan dem Ufer fort ging, traf er an das andere Ende der Einschlußmauer.Es ging wie das erste fallrecht in de» See nieder, und war so aus demFelsen heraus gebaut, daß kaum ein Kaninchen um den Mauerrand hätteherum schlüpfen können. Victor blieb eine Weile lässig an dieser Stellestehen — dann war, so zu sagen, sein Tagwerk aus. Er ging auf denSandplatz zurück, und setzte sich dort auf eine Bank, um von dem Badeauszuruhen und den Spitz zu trocknen. Das Haus des Oheims, welcheser nun gegenüber hatte, war, ivie es am Morgen gewesen war. Nur dieFenster des Zimmers, in welchem er geschlafen hatte, standen offen, weiler sie selbst geöffnet hatte, alles andere war zu. Niemand ging heraus,Niemand ging hinein. Die Schatten wendeten sich nach und nach, unddie Sonne, die Morgens hinter dem Hause gestanden war, beleuchtetenun die vordere Seite desselben. Victor war cs, wie er so da saß undauf die dunkeln Mauern schaute, als sei er schon ein Jahr von seinerHeimath entfernt. Endlich wies der Zeiger seiner Uhr auf zwei. Er hobsich daher, ging die Holztreppe empor, der Oheim öffnete ihm auf seinKlopfen mit dem Klöppel die Stiegenthür, ließ ihn hinter sich in dasSpeisezimmer gehen, und sofort setzten sich beide zu Tische.
Das Mittagsmahl unterschied sich von dem gestrigen Abendmahlenur darin, daß beide, Oheim und Neffe, zusammen aßen. Sonst war cswie gestern. Der Oheim sprach wenig, oder eigentlich so viel, wie nichts ;die Speisen aber waren mannigfaltig und gut. Es standen wieder meh-rere Weine auf dem Tische, und der Oheim trug Victor sogar davon an,wenn er nämlich schon Wein trinke; dieser aber schlug das Anerbietenaus, indem er sagte, daß er bisher immer Waffer getrunken habe, unddabei bleiben wolle. Der Oheim sprach auch heute nichts von dem Reise-zwecke, sondern da das Essen aus war, stand er auf und beschäftigte sichmit allerlei Dingen, die in dem Gemache waren, und kramte in denselbenherum. Victor begriff sogleich, daß er entlassen sei, und begab sich seinerNeigung zu Folge in's Freie.
Nachmittags, da die Hitze in diesem Thalbecken, so wie Morgens dieKühle, sehr groß war, sah Victor, da er über den Blumenplatz ging, denOheim auf einer Bank mitten in den Sonnenstrahlen sitzen. Derselberief ihn aber nicht hinzu und Victor ging auch nicht hinzu.