Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
Seite
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deckten. Er ging wieder ans den Sandplatz zurück. Hier stand er einegute Weile vor dem Gilterthore, sah die Siäbe an und versuchte an demSchlosse. Doch zu dem Oheime hinauf gehen, und ihn Litten, daß eröffnen lasse das vermochte er nicht, er hatte einen Widerwillen davor.Außer den zwei alten Dienern, dem betagten Christoph und der altenFrau, war cs wie ausgestorben in dem ganzen Gebäude. Er ließ dahervon dein Gitter ab, und wandelte auf dem offenen Platze vorwärts gegenden See, um von dem Felsenufer, wenn hier auch eines wäre, in dasWasser hinab zu schauen. Es war ein Felsenufer, und zwar, da ec amäußersten Rande draußen stand, ein häuserhohcs. Unten säumte dasWasser sanft den Strand; gegenüber stand die Grisel mit freundlichemBergsuße, der seine weißen Steine und seine schimmernden Dinge imWasser spiegelte. Und wenn er auf die Bergmauern ringsum schaute,an denen das Wasser dunkel, reglos und faltenlos lag, so war ihm, wiein einem Gefängnisse, und als sollte es ihm hier beinahe ängstlich werden.Er versuchte, ob nicht eine Stelle zum Hinunterklettern an das Wasserzu finden wäre, aber die von Regen und Sturm gepeitschte Wand warglatt, wie Eisen, ja sie ging sogar gegen das Wasser zu einwärts undüberwölbte sich. Wie groß müssen erst die Wände der Gnsel sein, dachteBietor, die schon von hier aus gesehen wie Palläste empor steigen, wäh-rend das Felsenufcr der Insel, da wir herfuhren, nur wie ein weißerSandstreifen erschienen war.

Als er hier wieder eine Weile gestanden war, ging er längs desSauines dahin, bis er an die Einfangungsmauer an die Seite des Klo-sters käme. Er kam dahin, und die Mauer stieg mit glattem Rande fall-recht in das Wasser nieder. Dann wendete er um, und wandelte wiederan dem Saume fort bis er neuerdings an die Mauer an der dem Klosterentgegenliegcnden Seite käme. Aber ehe er dahin gelangte, traf er etwasanderes. Es stand eine gemauerte Höhlung da, wie die Thür einesKellers, die hinter sich abwärts gehende Stufen zeigte. Victor meinte,dies konnte eine Treppe sein, die zum See hinab führe, um etwa Wasserherauf zu holen. Sogleich schlug er den Weg hinab ein, der in der Thatwie eine überwölbte Kellerstiegc war, und auf unzähligen Stufen niederführte. Er gelangte wirklich an das Wasser, aber wie erstaunte er, alser statt eines armen Schöpsungsplatzes, wie etwa zum Begießen derPflanzen nöthig wäre, einen wahrhaften Wasscrsaal erblickte. Da er