erkenne. Wir sind jetzt bei dem Essen, daher setze Dich nieder und iß.Was sonst alles zu thun ist, wird schon geschehen."
Victor legte also sein Ränzlein auf einen Stuhl, den Wanderstablehnte er in einen Winkel, und dann ging er gegen den angewiesenenStuhl, den Spitz an der Schnur hinter sich her zerrend. Der alte Mann,dem er gegenüber saß, hielt sein mageres Angesicht gegen den Teller nie-der, und das Angesicht röthete sich während dem Essen. Er riß mit denHänden die Krebse sehr geschickt anseinander, lösete das Fleisch aus, undsaugte den Säst aus dem Korbe des Oberleibes und dem Geflechte derFüße. Dem Jünglinge war das wohlwollende Herz, das er hicher hattebringen wollen, erstickt, und er saß stumm den» Verwandten gegenüber,der ebenfalls stumm in dem Geschäfte seines Essens fort fuhr. Es stan-den mehrere verschieden gestaltete und verschiedenfarbige lange Flaschenauf dem Tische, in denen verschiedene Weine sein mußten, und aus denender Oheim wahrscheinlich schon getrunken hatte; denn bei jeder Flaschestand ein cigenthümliches Glas mit einem Restchen Wein am Boden.Nur eine Flasche stand noch neben dem Teller, und aus derselben schenkteder alte Mann von Zeit zu Zeit ein Schlückchen in ein kleines grünbau-chiges Stengelglas. Für Victor war indessen eine Suppe gebracht wor-den, von welcher er mit seiner rechten Hand aß, während er mit der Lin-ken das Haupt des unten sitzenden Spitzes an sein Knie drückte. In derZeit, in welcher er seine Suppe aß, waren von einem alten Weibe nachund nach so viele Speisen für ihn herbei getragen worden, daß er in Ver-wunderung gerieth. Er aß davon, bis er satt war, daun ließ er dasUebrige stehen. Der Oheim hatte ihm von den Weinen nichts angetra-gen, Victor verabscheute auch noch den Wein, sondern schenkte sich vondem Wasser, das in einer kristallschönen Flasche von derselben alten Frau,die aufwartete, alle Augenblicke erneuert wurde, ein, und erkannte, daßer nie ein so vortreffliches, frisches, pralles und starkes Wasser getrunkenhabe. Während er sich sättigte, aß der Oheim noch ein Stückchen Käse,dann allerlei Früchte und Zuckerwerk. Hierauf trug der alte Mann dieverschiedenen Teller, auf denen Glasglocken über den Dingen des Nach-tisches standen, eigenhändig in Schreine, die in die Mauern gefügt wa-ren, und sperrte sie ein. Dann that er die Restchen Wein jedes in seineFlasche und schloß die Flaschen in ähnliche Schreine ein.
Aus der Stelle des Zimmers, auf welcher der Oheim während dem