Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
Seite
6
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Bei dem Wirthe micthetcn sie einen offenen Wagen, um nun jenseits desStromes in die Stadt zurück zu fahren. Sic flogen an Auen, Ge-büschen, Feldern, Anlagen, Gärten und Häusern vorbei, bis sic dieersten Gebäude der Borstädte erreichten und abstiegen. Als sic »»kamen,lag die Sonne, die sie heute so freundlich den ganzen Tag begleitet hatte,weit draußen am Himmel als glühende erlöschende Kugel. Da sie uu-tergesunkcn war, sahen die Freunde die Berge, auf welchen sie heute ihreMorgcnfreuden genossen hatten, als einfaches blaues Band gegen dengelben Abcndhimmel empor stehen.

Sie gingen nun gegen die Stadt und deren staubige bereits däm-mernde Gassen. An einem bestimmten Platze trennten sic sich, und rie-fen einander fröhlichen Abschied zu.

Lebe wohl," sagte der Eine.

Lebe wohl," antwortete der Andere.

Gute Nacht, grüße mir Rosina."

Gute Nacht, grüße morgen den August und Theobald."

Und Du den Karl und Lothar."

Es kamen noch mehrere Namen; denn die Jugend hat vieleFreunde, und es werben sich täglich neue an. Sie gingen auseinander.Zwei derselben schlugen den nämlichen Weg ein, und cs sagte der Einezu dem Andern:Nun, Bictor, kannst Du die Nacht bei mir bleiben,und morgen gehst Du hinaus, sobald Du nur willst. Ist cs auch wirk-lich wahr, daß Du gar nicht heirathcn willst?"

Ich muß Dir nur sagen," antwortete der Angeredcte,daß ichwirklich ganz und gar nicht heirathcn werde, und daß ich sehr unglück-lich bin."

Aber die Augen waren so klar, da er dieses sagte, und die Lippenso frisch, da der Hauch der Worte über sic ging.

Die zwei Freunde schritten noch eine Strecke in der Gasse entlang,dann traten sie in ein wohlbekanntes Haus und gingen über zwei Trep-pen hinauf an Zimmern vorbei, die mit Menschen und Lichtern angefülltwaren. Sie gelangten in eine einsame Stube.

So, Victor," sagte der Eine,da habe ich Dir neben dem »reinenein Bett Herrichten lassen, daß Du eine gute Nacht hast, die SchwesterRosina wird uns Speisen herauf schicken, wir bleiben hier und sindfröhlich. Das war ein himmlischer Tag, und ich mag sein Ende gar