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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
Seite
357
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Gott, der das Eine und Höchste seines ewigen und unendlichenAlis ist, das Nr aller Wesen in ihm, und von dessen Majestätwir, in unsrer Tiefe nur, die Natur, als Saum seines Gewan-des, anstauncn.

Alles ist gotterfüllt; Alles göttlich, weil Gottes. NichtEinzelnes, oder für uns Unterscheidbares ist Gottheit. So ist,wie mag ich das Unaussprechliche anders, als nur von Ferne,und gleichnißweise andcutcn? so ist nicht ein Th eil des Men-schen, nicht das einzelne Haar seines Hauptes, der Mensch selbst,sondern nur menschliches. Gleichwie im Menschen aber derGeist, als sein Höchstes, den umhüllenden Wesenvcrein der Na-tur (Seele, Leben, Bcwcgkraft und Stoff des Leibes) durchhcrrscht,leitet, veredelt: so durchhcrrscht und durchwcsct Gott, der Aller-höchste das unendliche Reich seines Alls.

Vielleicht mag dies Gleichniß unangemessen scheinen. Ich selbererkenn' cs, als solches, weil es offenbar ein vermessenes ist. Abervon wannen sollen wir einen andern Maßstab nehmen, als den,welchen uns der Urgeist des Geisterthums selber verlieh», ausBekanntem das Unbekannte zu ermessen? Ist dieser Gedanke nichtschon der älteste Gedanke der Menschheit:Gott schuf denMenschen nach seinem Bilde?

Ich schweige! Kein Bild, kein Gleichniß bezeichnet das Ucker-irdische wahr und würdig. Ich richte in dcmuthsvollcm Gefühl,aus dem Abgrund des All'sj den Geistcsblick durch die Sphärender Wcscnordnungcn, anbctcnd zum Allerhöchsten; und der Ge-danke an ihn wird zum Seufzer:O, was bin ich, daß er meingedenkt?" Und doch dnrchbebt mich zugleich heiliges Entzücken,daß ich auch in Ihm, daß Er auch in mir ist: daß ich mitChristus zu ihm rufen darf:Abba, lieber Vater!" daß seinAll mein Vaterhaus ist; daß ich, wenn auch noch aus einer un-tern Sprosse der himmlischen Wesenleiter, höherer würdig werden ;