IV. Lebensgebilde.
44. Belebung der Stoffe und Kräfte
Wenn der ganze Machtkreis der Natur, mit der Schöpfung derMaterie und der sie bewegenden Kräfte, abgeschlossen wäre, würdedie Schöpferin nichts anders, als das sich selbst gebärende undverheerende Chaos sein; das weite Weltall ein ewig zerrissenes,nnchcrgctricbneS Todtes. Die stummen, starren Massen der Him-melskörper jagten planlos durch die unendlichen Wüsten des Acthcrs,sich zermalmend und hcrstcllcnd. Der Erdball lagerte sich, als un-geheure Einöde von Felsen und Abgründen, ans, mit dazwischenstürzenden Meeren, Wettern, Lichtcrscheinnngcn, aufquellendcn undznsammcnstnkenden Gebirgen, Schlamm- und Flammen-Vulkanen.
Aber die Natur steht, tu höherer Wirksamkcitssphäre waltend,vor uns da; wunderbar ordnend, bindend, Alles mit Leben er-füllend. Sie in ihrer Wesenheit ist selbst die Belebende. Inder Unendlichkeit ihrer endlichen Stosfgebildc (die ewig zwischenRühe und Bewegung schwanken, ewig in einander übergehn, ver-gehn nnd werden), beharrt sie wandellos, die Gleiche, die in sichWidcrsprnchlose, als sachlichwirkcndc Einheit (23.). Weilsie, sich selbst erfüllend, nichts anders in den Erscheinungen offen-baren kann, als ihr eignes Selbst: kann sie dem Blick des Gei-stes auch ihr Wesen nicht anders entschleiern, denn als schöpferischordnende Macht, welche, selber die höchste Einheit, im Klein-sten nnd Größten, wiederum, als Einheit weset, wirkt; Stoffe
HW