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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
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VII. Das Gemüth

81. Einheit von Seele und Geist.

Die Vorstellung vom Wesen und Sein des Menschcngeistcs infreilich nur allgemeiner Andeutung zu vollenden, bleibt noch übrig,einen Blick aus seine und der ihm beigegcbncn Seele gegenseitigeEinwirkungen zu werfen. Denn, in der großen Verkettung desgöttlichen Alls, ist eben das Seelische der Ring, durch welchender Geist mit der übrigen Natur.zusammcnhängt; das Glied, aufwelches er unmittelbar cingreist; durch welches er mittelbar aufLeben, Bcwegkräftc und Stoffe der irdischen Hülle einwirkt, undeben so von ihnen hinwieder erregt wird. Wir nennen dieseEinung des Geistigen und Seelischen, in der sich beidesgegenseitig zur Thätigkeit weckt, das G emüth, gleichwie man dieVerbindung des beseelenden Wesens mit dem Belebenden, Thicr-heit; oder das Leben mit Stoffgebilden, Pflanzenthum; oderder Bewegkräfte mit Stoffen, Körper zu nennen gewohnt ist.

Im Gemüth eigentlich erscheint das wahrhaft Menschliche.Ans dem Geiste nicht, und nicht aus der Seele tönt das Ich,sondern aus dem Gemüth, aus der Einheit des Gefühls undGedankens. Darum darf der Mensch wohl sagen: Ich habeeinen Geist; ich habe eine Seele; nicht, ich bin ein Geist; ichbin die Seele. Hier im Gemüth erwacht zuerst, gleichsam in derWiege der Sinnesgewahrungen, das Bewußtsein, oder das Wis-sen von sich und Anderm. Hier scheint der Geist zu empfinden;