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der Schuldlose, wie der Schuldbeladene? — Allerdings steht derirdische Leib nicht höher, als der LebcnSbau des Grashalms; beidesind Erzeugnisse der Natur; und was in beiden wcsetc, ist, weilunvcrnichtbar an sich, noch immer und ewig unvcrnichtbar 52).Acndcrn und Wechseln des Endlichen im Unendlichen, ist wederThatsachc der Barmherzigkeit, noch Unbarmherzigkeit; so wenigdas bloße Aendern und Wechseln des Gedanklichen im Geiste,Thatsachc seiner Barmherzigkeit, oder Unbarmherzigkeit ist; undder Tod des Menschen so wenig, wieseine Geburt, eine Beloh-nung, oder eine Strafe ist,
Lohn und Strafe sind Begriffe, welche wir nach Wirkungender Natur schufen; nach Wirkungen, die nothwcudig auf unsreihr gemäßen, oder ungcmäßcn, Handlungen folgen. So wirdSüßigkeit der Ruhe nach vorhcrgcgangnen Arbeiten erst recht er-quickend; aber Genuß unverdaulicher Nahrung erzeugt Unwohlsein.Reinlichkeit belohnt, Unreinlichkeit bestraft sich selbst. Die ange-nehme Wirkung, gleichsam der Lohn, oder Dank der Natur, istnur Reizmittel, ihrem Gesetz gemäß zu handeln; ihr schmerz-liches Einwirken, ihre Strafe, nur ein Reizmittel, ihr Gesetzkünftig nicht zu verletzen. Selbst die Naturstrascn bezielcn Besse-rung (85.). Thicrc belohnen und bestrafen einander nicht. Siekennen nur instinktmäßige Liebe und Nothwchr und Rache. DerMenschcngeist versteht aber das Heilige und Heiligende in derNatnrordnung, welches mit seinem Innersten übercinstimmt, und,als Göttliches im Wesen der Natur, doch ihr unbewußt, sib'ver-klärt. Lohn und Strafe sind weder Dank noch Undank der Natur,oder des Schicksals, für unsre Handlungen; sondern nur auf sicund ihr Wirken übertragene Vorstellungen. Klagen über ein un-verdientes Schicksal sind daher an sich thoricht. Unsre Tugen-den erwirken und verdienen sich nicht sinnlich - angenehme Ein-wirkungen von der Natnr, sondern innere Selbstachtung, Selig-