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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
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willen, zu deren Bestem und Geistcshcile. Alles lebt, alles stirbtfür einander zum gegenseitigen Wohl, Denn in der Natur,wie in der Geisterwelt, und beide umfaßt das heilige GottcSreich,steht nichts vereinzelt für sich; geschieht nichts, ohne Zusammen-hang mit Allem; und treibt Alles und reist Alles zum Voll-kommncrn empor (108.), Was wir Schicksal nennen, ist Offen-barung der göttlichen (moralischen) Weltordnung, Got-tes Finger!

Weil unsre Geburt, wie unser Tod, beides von einer allwciscnSchicksalsvcrkcttung abhängig, nicht bloß unsre eigne Persönlich-keit allein berührt, sondern auch für Andrer Bestes stattfindet:Warum klagen wir mit unfern Thränen, wenn wir auch Gott nichtnennen, doch sein Walten im Schicksal an, falls ein Vater,eine Mutter inmitten ungezogner Kinder stirbt? oder ein Lieblingin der Blüte schöner Hoffnungen? oder ein Böscwicht in seinerganzen Sündigkcit? oder ein Säugling, ein Kind, welches kaumdas erste Licht erblickt hat? Sie Alle traten in die Welt und schie-den ans ihr, nicht nur und ausschließlich ihrer selbst wegen,sondern auch für Andre, Der Augenblick der Geburt, wie desTodes, ist leise Verwandlung der Verhältnisse im ewigen All;llebcrgang des ewig Wesenden in ein anderes Sein (52), Dufragst: Wozu ist der Mensch hier gewesen, der während, oderbald nach seiner Geburt stirbt? Er erschien und verschwand, nichtseinetwillen einzig, sondern auch cinwirkend in Gcistesgang undLoos' Andrer; er hat seine Bestimmung im Allerheiligsten Got-tes erfüllt. Du fragst, wenn unter cinstürzendcn Bergen, unterversinkenden Inseln, oder Schiffen,, unter Gifthauch länderver-vdendcr Seuchen, Tausende hinweggerafft werden: Warum sindsic gleichzeitig, unter dem unbarmherzigen Streich ihres Verhäng-nisses gefallen, gleich den Halmen des Grases unter der Sicheldes Schnitters; ohne Unterschied; der Säugling, wie der Greis;