Druckschrift 
2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
Seite
345
Einzelbild herunterladen
 

345

Schoos der Umstände, gegen ihn an. Er nennt sie Schickungendes Verhängnisses, Zufälle, Schicksale, blindes Fatum, oderaber Walten einer göttlichen Vorsehung; und unterwirft sich ihrerNothwendigkeit. Denn die Nothwendigkcit ist das eherneGesetz des Schicksals, weil das Gesetz der Natur (8lZ, inder Gcsammtheit ihrer Bewegungen; das Gesetz, nach welchemsic, in sich selbst ändernd (53.), ihre Erregungen durch das Reichaller Einzelwesen, vom Verwandten zum Verwandten (77), ewig-lich fortpsianzt. Daher, was heut im Innern des Erdballs undauf seiner Oberfläche geschieht; Erdbeben, wie Pestilenzen, Ver-änderungen der Klimatc, wie der Völkerzustände, Familienbcgebcn-heitcn, wie Begegnisse des Einzelnen, sind, in der Verflechtungder Ursachen und Wirkungen, ein Nachgebornes aus der Ge-schichte des ersten Tages, an welchem der Erdball menschlichbewohnbar geworden ist.

Auch der Mcnschcngeift, der Verwandte der Natur (80.), em-pfängt die Einwirkungen derselben. Sic setzen seiner Thätigkcitunabänderliche Bedingungen und Schranken. Er gibt sich dieUmstände und deren Wechsel nicht selber; er kann sie nur be-nutzen. Er nennt sic glückliche und unglückliche, gute und böse.Sie sind cs an sich selbst aber nicht; der Mensch macht sie sichdazu, durch Klugheit oder Unklnghcit, durch Tugendlichkeit oderSündlichkeit. Die Natur ist sündlos (84.); also auch die Ver-strickung ihrer Thaten und Werke, das Schicksal. Hinwiederwirkt auch der Mensch erregend auf die ihm verwandte Naturein. Jede seiner Handlungen spinnt sich im dunkeln Schoos derWesenheiten und Dinge, ihm unbekannt, als ein langes Gefolgevon Nenderungen und Ereignissen, ins Unendliche fort. Da liegensie außer seinem Gesichtskreis; außer dem Gebiet und Gesetz sei-nes Willens; im Gebiet der Naturnothwcndigkcit. Das ans seinemMund geworfene Wort, der von seiner Hand geschleuderte Stein,