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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
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spiegelt. Religion und Philosophie aber sind, ich widcrhol' cs,ein untrennbares, himmlisches Geschwister, was immerhin die untersich hadernden System- und Glaubens-Künstler sagen mögen.Was wider die Vernunft streitet, streitet wider das Gottcsgesctzin den Geistern. Was über die Gränzen der Vernunft, weilüber die Gränzcn unmittelbarer uud mittelbarer Erfahrung (12.)hinausgeht, doch ohne Widerspruch des Vcrnunftgesctzcs, wirdAhnung und Glauben. Wer aber der Vernunft in Glanbenssachcnihr Recht versagt, verdächtigt bei vernünftigen Wesen den eig-nen Glauben.

Und so wag' ich's, wenn auch nur unvollkommen und bildlich,aber folgerecht mit allem Frühcrgesagtcn, noch meine Ansichtenvom sogenannten Gericht Gottes über die Gcistcrwclt, und vonder sogenannten Persönlichkeit Gottes auöznsprcchen.

118. Schicksal, Verhiiiigniir. Göttliche» Gericht.

Ja, cs besteht eine göttliche Leitung der Verhängnisse, eineheilige Wcltordnung, welche, im Natur- und Gcisterrciche,fortschreitend zum Vollkommucrn drängt. Dcß ist Jedermann täg-licher Zeuge. Er ist's, beim Rückblick auf vergangne Tage seineseignen Lebens, und auf vergangne Jahrtausende uuscrs Geschlechts.

Eine bedeutungslos scheinende Begebenheit, eine Umstimmungder Witterung, eines Kindes Spielerei, wirkt mit unberechenbarenErfolgen in der Verknüpfung der Dinge fort, welche den Sterb-lichen zuletzt Hoffnungen ohne Zahl vereiteln; die schlauesten Plänezerreißen; Heere vernichten; Staaten umwälzen; Weltthcilc nm-gcstalten. Niemand sieht sic vorher; niemand hat Macht, sic ab-zuwchren. Kein Sterblicher ruft sic aus dem Gewühl allscitigerBewegungen herbei. Sic kommen, uird quellen aus dem dunkeln