Druckschrift 
2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
Seite
330
Einzelbild herunterladen
 

330

Walten und Wirken auf tausend fernen Weltkörpern, wo es einganz anderes, als auf dem von uns bewohnten kleinen Nebcnstcrneiner Sonne ist.

Doch wie gering auch unser Wissen noch ist, ja, wie sehr wiruns auch noch irren können, indem wir das Vollendete in Naturund Geist zum Maßstabe von Gottes unendlicher Vollkommenheitmachen, und was wir in jenen bewundern, als Zeugnisse seinerEigenschaften nehmen: können wir denn anders, als nach dem Ab-glanz seiner Herrlichkeit uns, auf menschlich-kindliche Weise, einBild vom ewigen Allvater entwerfen? Nicht die Ungewißheit vonseinem Dasein, sondern die Vorstellung seines Wesens, ist einVcrnnnftglanbe, dessen Nothwendigkcit gebieterisch aus demGesetzthnm unsrer Erkcnntniß und ans der Stellung unserö Geistesim All der Wesen hervortritt.

So bietet die nnbegränztc Natur, sic die allgegenwärtige Sach-lichkeit dessen, was den Sinnen gewährbar ist, die Idee der All -gcgenwart GotteS; sie, in allen belebten und unbelebten Ge-bilden ihre unendliche Einheit ansprägend, bietet uns die Vor-stellung dom lebendigen und all-einigen Gott. Unser An-stanncn ihrer unwiderstehlichen Macht, ihrer Geheimnisse undWunder lehrt uns von seiner Allmacht, seiner Allweisheit.Ihr Beseelendes und Beseligendes spricht uns von seiner All-seligkcit. Eben so nehmen wir aus der Herrlichkeit nnsersGeistes das, wovon keine sinnliche Erfahrung Knude gibt, nnd wasin denselben aus Gott hereinstrahlt, die Ideen des Unendlichen,Wahren und Heiligen, nnd eignen cs ihm wieder zu. Darum nen-nen wir ihn das Unbedingte (Absolute), in welchem alle Artun-gen des Wesens nnd Seins bedingt sind; darum ihn den Schöpfer;das Weltall seine Schöpfung; ihn, den Ewigen, über Räume nndZeiten Erhabnen, den Allgütigcn, den Allcrheiligsten.

Wenn der kenntnißdürftige, mehr nachglanbcnde, als selbst-