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denkende Großtheil der Sterblichen sich seine Gottheit noch zumcnschenartig vorbildet; sie sogar des Zorns oder der Rachefähig hält; und den Widerspruch in einer Vorstellung nicht wahr-nimmt, nach welcher Gottes Allbarmherzigkcit mit ewiger Strafeund Höllcnqnal des Sünders vereinbar sein soll: nein, lächeln wirnicht darüber, stolz auf unser vermeintes Beffcrwiffen. Auch dieWeisesten unter den Weisen bilden sich die Gottheit noch zu mcn-schcnartig vor, und bemerken nicht Widersprüche, welche entsprin-gen, indem sie in Gott Eigenthnmlichkeitcn der menschlichen Na-tur, aber ins Unendliche ausgedehnte, vereinigen. Sie sprechenauch wohl von einem „Willen Gottes", als könnte im Allerhei-ligstcn noch, wie im Menschen, ein So- oder Anders-Beschließen,ein Wählen zwischen Bessern und Schlechter» stattfinden; oder vonihm, dem „höchsten Vernnnftwescn" und dessen „Gedanken", alswenn das Ur des Alls nicht ein Anderes, weit über alle Ver-minst erhabnes Wissen sein möge; oder sie schaffen Gott zu einemewig in Natur, Welt und Geistern, in starrer Nothwendigkeitwaltenden, sich selber dunkeln, Fatum oder Schicksal; Andre wie-der anders. — Kein Wort mehr über jene Vorstellnngswcisen vonBeschaffenheit des göttlichen Wesens. Ich könnte Man-deville's Fabel von Bienen wiederholen, welche noch keinenMenschen geschn hatten, und, um sich seine Erhabenheit vorzu-stellcn, ihm ihre Formen und Eigenschaften, aber ins Endlose ver-größert, beilegten, woraus freilich noch immer kein Mensch, son-dern nur eine ungeheure Biene ward; oder könnte wohlmitPanluö,dem Apostel, sagen: „Sie haben die Herrlichkeit des unvergäng-lichen Gottes in ein Bild verwandelt, gleich dem vergänglichenMenschen*);" und „da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Thorengeworden."
) Röm. 1, 23.