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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
Seite
329
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chcm Namen sonst die tausend Sprachen der Menschenkinder dasWesen alles Wesenden bezeichnen mögen, wie mit allen Tugenden,so mit Thorhcitcn, Schwächen und Leidenschaften der Sterblichenbegabten, bis dem reifcrn Verstände diese Gebilde selbst lächerlichwurden, oder doch nicht das Höchste zu sein schienen. Ueber ihrenGöttern sahn Nom und Griechenland noch Höheres walten,ein Fatum, dem die Götter selbst untergeordnet waren.

Nicht daß ein höheres Wesen über der Welt walte, sondernwas, und wie beschaffen dies Wesen sei, hat von jeher dieGedanken der Menschheit beschäftigt; und beschäftigt heut noch dieSchulen der Theologen und Philosophen vieler Länder. . Vergeb-liches Bemühn! Selbst der Mcnschcngcist erkennt nicht die Be-schaffenheit seines eignen Wesens, sondern nur des Vorhanden-seins desselben durch Kcnntniß (4.) seiner Aeußcrungen. UeberBeschaffenheit des Gottcswesens vernünfteln wollen, ist eitlesTrachten. Wie mögen wir es ergründen, die wir uns in unsrereignen Urhcitlichkcit nicht ergründen können? Wir, die selbst inder Reihe der Wesen noch so tief stehn!

Wohl spricht man von den Eigenschaften unsers Geistes;eben so von Eigenschaften der Seele, des Lebens, der Materie,der bewegenden Kräfte des Lichts, der Wärme, Elektrizität n. s. w.Diese belehren uns aber nicht von der Jnsichbcschasfenheitdes Wesenden, sondern nur von dessen Wirkungen, oder seinemAnderssein für uns; und da wir, in den Erscheinungen aus demWesen, Abspiegelungen desselben erkennen, bilden wir, durch Ueber-tragung, daraus Eigenschaften, d. i. besondere Wirksamkeits-Weisen des uns, an sich unbekannten, Wesenden. So spricht manauch von den Eigenschaften Gottes, dessen Wirken wir, inder Natur, im Schicksal und im eignen Geiste wahrnehmcn.Aber wie wenig kennen wir von der Natur, die doch nur der tiefsteSaum vom Gewände des Allerhöchsten ist! Wie wenig von ihrem