erkennen ihn aus mittelbarer Erfahrung, durch Natur undSchicksal.
Daher sind die Bestrebungen Derer vergeblich gewesen, welchedas Dasein Gottes rcingcdanklich aus einem Hauptgrundsatze,durch Schlüffe und Folgerungen darthun wollten. Denn ihrHauptgrund, von dem sie ansgingen, war selber nur vom GeistBewirktes, Gedankliches. Sie bewiesen nicht ein wesendes Da-sein, sondern nur Nebcrcinstimmung ihres Gedaukenspiels mit die-sem selbst und die sormenhaftc Richtigkeit desselben.
Andre, die zur vollendeten Gewißheit vom göttlichen Daseinein Fürwahrhalten aus zureichenden Gründen der Erkenntniß undsinnlichen Erfahrung des Gegenstandes forderten, gelangten zudemselben Ergebnis, wie jene. Weil sic den Gegenstand, dessenBorhandeuheit sie zu beweisen trachten, nicht nr-sachlich wesend,und auch nicht sinnlich gcwahrbar schauen konnten, verblieben sieim Spielraum ihrer Gedauklichkeit; fanden sie keine Brückevon dieser zur wesenden Wirklichkeit außer sich (vom Ideellenund Reellen), und erreichten somit nichts Anders, als Anerken-nung einer unabweisbare» Nothwendigkeit, das Dasein Gottesinner ihrem eignen Gedankcuthum für wahr zu halten, wennauch nicht die wirkliche, wcscuhafte Borhandeuheit. Dieser Ver-nunftglaubc ward ein bloßer, unentbehrlicher Nothbehelf ihresGeistes, um in ihm den Zwiespalt des Heiligkeitsgesetzcs und dessenForderungen mit der ungenügenden Erfüllbarkeit derselben im End-lichen, zwischen der Sehnsucht nach Vollkommenheit und dem Un-vollkommenen in dieser Welt, zu schlichten. Jene Denker endeten,womit sie hätten beginnen können! Denn die Nothwendigkeit desGottglaubens war kein Ergcbniß ihrer Schlußfolgerungen, sonderndiese waren aus jener entsprungen, und konnten nichts bezeugen,als das Vorhandensein ihrer Urquelle (der Urgcwißhcit) im Wesendes Geistes; die unmittelbare Erfahrung (1L.) in sich von Gott;