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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
Seite
316
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kraft, dcr Einzelleben in das Urbelebcnde. Hinwieder dies-seits der Scheidelinie, oder im Geistcrthmn, sind sich die Einzel-wesen, als solche, ihrer beharrlichen Selb sitz eit urbcwußt. Indiesem Bewußtsein des nnvcrnichtbarcn Gcistcseinzclncn athmcn alleBöller, alle Religionen und Philosopheme. Ein höheres, gött-licheres Wcsenreich, als die Natur, ist, im Gegensatz zuihrem Reich, in ewige Einzelwesen anscinandergetrctcn,Wohl schauen wir in den Abgrund der Natur mit Erstaunenund Entzücken nieder, und öon Jahrtausend z» Jahrtausend HellernAuges. ES erhebt uns im Wahrnehmcn unsrer Geisteswürde einseligkeitsrcichcs Gefühl. Aber wir erkennen zugleich, daß wir imunendlichen All der Vorhandcnhcit keineswegs die Höchsten derWesen sind. Denn was über uns noch im unendlichen Gottesallwohnen und walten mag, dafür fehlt das Auge. Wir haben nuraus jenen Höhen ein Gesetz empfangen, welches uns dort Er-habneres ahnen läßt; ein Gesetz, welches in seiner Nnbedingthcit,für den Augenblick unsers Erdenwallens, zu umfassend und uner-füllbar ist. Hinwieder dcr Natur zu eng verbunden, in ihre Wesen-heiten thicrisch eingckleidet; mit dieser Thiernatnr sogar ihremstarren Gcsetzthum znm Thcil untergeordnet, wählend und schwan-kend zwischen ihm und dem eignen höhern, stehn wir ohne Zweifeldoch nur auf der tiefsten Stufe dcr höher« Wesenregion.Gleich den Thiercn, über welchen wir erhaben sind, die nichthimmelwärts, nur erdwärts schann können, und denen nichts vonGabenfüllc und Majestät des Mcnschcngeistes ahnet: so dcr Men-schengeist, wenn er den kühnen Blick zu dem cmporwendct, wasüber ihm und über der Natur, auf höher« Stufen dcr Wesenheitwandelt. Auch wir sehen nur gesenkten Hauptes, unter uns, indie verdämmernden Tiefen des Alls, aber forschen vergebens nachdem da droben.