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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
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254
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die Seele zu denken. Denn die wechselseitigen Anregungen em-stehn so schnell, daß man sie gleichzeitige, oder zeitlose, heißenkönnte. Das Gewahrte ist zugleich im Bewußtsein die Vorstellungdes Gewahrten.

Wenn sich die Seele zum Leben mehr dienend, als herrschend,verhält, eben so verhält sie sich zum Geiste. Dort ist sie gleich-sam Hüterin vom Einheitsgebilde der belebenden Natnrmacht;warnt gewahrend vor Verletzung desselben; verkündet durch Schmerzdie Verwundungen des LebensgesctzeS; durch Wohlgefühle die Er-füllungen desselben. Eben so wird sie anderseits die Pflegerin desGeistes. Sie ist'S, die ihm die erste Nahrung znführt ans allenSpeichern der Welt und Natur. Sie ist die hülfreiche Voll-streckern, seines Willens gegen die Anßendinge; die unwillkürlicheTheilnchmcrin an seinem Frieden und Unfrieden. Nur im Ueber-maß ihrer Erregtheit kann sie rückwirkend, wie gegen das Leben,auch gegen den Geist werden, indem sie, für jenes oder für die-sen, Partei nehmend, die Kraft des Einen wider den Andern,steigert, oder lähmt. Freudigkeit befördert das Genesen des kran-ken Lebens; Schrecken und Furcht hemmt oder vernichtet dessenThätigkeit. Das begeisterte Gefühl stärkt und hebt die Willens-macht für das Währe und Heilige über jedes Irdische; allznbe-lebtes, thicrisch-wildes Gefühl stößt die Vernunft vom Thron.Eben darin ist Begeisterung, oder Enthusiasmus, vonMeinungswuth, oder Fanatismus verschieden, daß in jenemmehr der Geist gewaltig im Seelischen schaltet; in diesem abermehr das Leben mit seinen thicrischcn Begierden.

Wie Stoffe und Bcwegkräfte nur Materialien sind, welche demLeben zum Erscheinen, zum Bau seiner Einheitsschvpfnng, seinesKörpers dienen: so dient das seelische Wesen zum Mittel undWerkzeug gleichsam, als Hülle und Leib des Geistes, zu sei-nem Erscheinen und Einwirken auf die Außenwelt. Aber wie innig