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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
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zu umarmen und mit ihm zu sagen: So wir Nahrung und Klei-der haben, lasset uns genügen. Trachten wir am ersten nach demGottesreich!" Denn wahrlich, Ncppigkeit und Sittcnernst, Hoch-muth und Sclbverlängnung, Eigennutz und Gemeinsinn, Christusund Belial lassen sich nicht paaren. So verrinnt das Leben, undniemand mochte cs wiederleben. Es war für die Mehrheit nurSchein- und Thicrleben.

Daher, bei allgemeinerer Verstandesbildung unserer Tage, auchallgemeineres Mißbehagen, und Gähren der Völker. Sie fühlendie strafende Zuchtrnthe der Natur, die vom Frohndienst sinn-lichen Wohlseins zur Achtung des gottgcgcbnen Vernunftgesetzcszurücktreibt. Sic erblicken die schwarzen Quellen des Uebcls daund hier deutlicher und mögen sie doch nicht vertilgen. Denn dieGewalt bürgerlicher Zustände, hcrvorgegangen aus der Verkehrt-heit der Begriffe, der Wcltansichten und Gesetzgebungen wilder,oder barbarischer Jahrhunderte, drängt, von Geschlecht zn Ge-schlecht, ins thicrische, sündliche Leben hinab, statt aus demselben zuerlösen. Geld geht vor Tugend; äußere Würde vor innerer; Sclbst-betäubnng vor Selbsterkenntnis Dafür geben die Gesetze Ermun-terung; dafür senden die Welttheilc einander ihre süßesten Gifte;dafür werden Millionen Familien, durch Steuern und Abgaben,zur rastlosen Thätigkeit gespornt. Dann bietet man Spitäler undApotheken für Kranke; Kirchen und Beichtstühle für Sünder; Zucht-häuser und Kerker für Verbrecher. Naturnothwendigcs mit Vcr-nunftseindlichcm zu paaren, ist der Staat zum kunstvollen Getriebegeschaffen, worin die Aemter zum Räderwerk, die Selbstsucht zurTriebfeder, die Menschen zur Sache werden. Da ist kein Rechts-Staat, nur ein Sitten-Staat, wo, nach Herkommen undSitte, sogar die freie Acußerung der Vernunft verpöntwird und der Mensch nicht mehr ganz Mensch sein darf.