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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
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lcgenhcit; die geistiger» Interessen Nebensache. Für jene nurwerben Leibes- unb Geisteskräfte vorzugsweise bewegt. Ein Bc-dürfniß weckt ein andres. Eine Begierde ruft der andern. Er-findungen und Anstalten mehren sich. Die gesellschaftlichen Ver-hältnisse werden verwickelter. Die Civilisation (75.) machtriesige Fortschritte; und in gleichem Maße Unnatürlichkeit dermenschlichen Zustände. Der einfache Nahrungstrieb wird zur Gaum-scligkeit, der Gcschlechtstricb zur Wollust entstellt; durch Sätti-gung und Ucbcrsättignng der Lüste, Begicrdenrausch und Lebens-ekel erkünstelt. — Wer unbefangen, mit reinem Jesnsstnn, dievon Natur und Vernunft abgewichencn Lebensarten, verschobenenLebenszwecke, Verbrechen schaffenden Gesetzgebungen, Unmcnsch-lichkeit ansbrütcndcn Kirchenlchrcn, Zwietracht gebärenden bürger-lichen Ordnungen der halbbarbarischen Nationen sieht, dem muffdann Alles nothwcndig, als ein grauenhaftes Jrrsal, als ein mon-ströses SchöpfungSwcrk allgemeinen Wahnsinns erscheinen.

Der Zweifler fragt: „Wie kann aber Willensfreiheit bestehnbei der durch Civilisation znm Ungeheuer aufgcschwellten Selbst-sucht der Menschen; bei der Uebermacht, die dem sinnlichen Be-dürfniß und der Begier nach Lcbcnsbcqucmlichkeitcn, gegeben ist,ja, bei Verwirrung und Umkehrung der Begriffe vom Wahrenund Guten?"

8tt. Pflichtgefühl. Sünde. Gewissen.

Und dennoch, auch in diesem, „Wahnsinn der Völker",offenbart sich der Geist in angestammter Würde. Mit falschenVorstellungen ausgerüstet, wird er freilich falsch und verkehrt aufdie Außenwelt cinwirkcn. Und doch, obgleich er, durch Herkommen,Beispiel, Erziehung und Glauben geblendet, den Schein für Wesen,