Wäre der menschliche Geist die höchste Blüte der Natur, ei»Bewußtsein des sich selbst Unbewußten: so würde er, als Natur-wcrk, ein bloßes Sein haben, ohne selbstständige Wesenheit; sowürde nicht er, sondern die Natur, Quell und Ursache seiner Vor-stellungen und Ideen, mithin selbst von dem sein, was sic selbstnirgends äußert und nicht weiß; so würde sie in seinem Bewußtseinund Wissen sich selbst znm Widerspruch werden müssen, ein wissen-loses Gewußtes, ein willenloses Wühlen; ein endliches Unendliches.
Der Geist aber weiß sich, als selbstständig Wirkendes, Erschei-nungen der Natur in sich bedingend; als ein Beharrliches im Wech-sel seiner Gedanken, Entschlüsse und Wirkungen. Wäre sein Ge-dankengcbiet ein Bewirktes der Natur selbst: so könnte darin nichtsvorhanden sein, denn Abspiegelung ihres Selbstes und was sic dar-stellt. Aber der Geist erblickt, was sie nirgends sinnlich offenbart:ihre Wesenheit, Unendlichkeit, sogar Höheres, als sie. Er trägtein Gesetz in sich, welches nicht ihr Gesetz ist, oft gegen ihre Ge-bote und Triebe Widerstreit gebietet und durch ihre Gewalt nurmangelhaft erfüllbar bleibt in der Welt. Ist das Ahnen des Gött-lichen im ganzen Gcistcrreichc ihr Ahnen, und das Sehnen dessel-ben nach Gott ihr eignes Sehnen: so ahnt sic und sehnt sie sichnach einem Andern und Herrlicher«, als sic selber ist, und dochwäre sie zugleich das Einzige nnd Alles, außer welchem nichtsvorhanden sein könnte.
Aber ich breche ab. Es gränzt an Thorheit, dem zn wider-sprechen, was sich selbst widerspricht.
Nicht eins und dasselbe ihres Wesens. Teeleinvanderlmglchre.
„Wohl nicht das bloße vergängliche Erzeugniß nnd Erscheinenans der Natur ist der menschliche Geist", — haben andre nnd