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gcwalt der Naturerscheinungen. Zhm zeigen sich hinter denselbenübermächtige Wesen. Er buhlt mit Opfern nm ihre Gunst. Inseinem Gemüth erschließt sich der Keim der Religion. Es ist dieReligion der Unmündigen; eine Schöpfung der Furcht. Sic schafftihm Götter, ihm znm Ebenbilds; doch in riesiger Größe undStärke.
Die Gesittnngsstufe der Barbarei folgt allmälig den Ta-gen der Halbwildheit, wie das Jünglingsalter den Knabcniährcn.Der Mcnschcngcist dünkt sich den Spielen der Kindheit entwachsenund, im Stolz erworbener oder ererbter Kenntnisse, der Unmün-digkeit entlassen. Die Ideen des Unendlichen, des Heiligen undSchönen leuchten schon in ihm ans. Er strebt Höhcrm nach; abervermag cs nur auf Fittigen der Einbildungskraft im Sturm derGefühle. Er verschmäht das Gemeine; will das Wunderbare undUebcrmenschltche in Allem, und gestaltet zuletzt doch nur das Un-geheure in die Welt des Sinnlichen hinaus. Maßlos überall, istes der Barbar in Lust und Trauer; im Haffen und Lieben, in üp-piger Pracht und schwärmerischer Entbehrung; in Lastern und Tu-genden. Die rohen Helden der Vorzeit werden ihm z» Heroen; dieFrommen und Weisen zu Heiligen und Halbgöttern. Im Kriegeabenteuerlichen Wagstückcn nachjagend, im Frieden müßig schwel-gend, findet er überall nur Engel, oder Teufel. Knechtischer An-beter der Geliebten, wird er in der Ehe ihr Tyrann. Es ist dasZeitalter wilder Wollust und erhabner LebcnSvcrachtung; der Ver-götterung und des Faustrechts; der Knnstblüte und Poesie, wieder Unmenschlichkeit; des selbstherrlichen PricstcrthumS und from-men Fanatismus; des Erbadels und der Leibeigenschaft. Der Fürstglänzt, als Erdcngott, umflossen vom geheimen Zauber der Ma-jestät; verkauft auf Sklavenmärktcn besiegte Heere, und schlepptaus eroberten Staaten Völker gefangen ins Elend ferner Länder.Aber die Menschheit schmachtet unter lauten Verirrungen und selbst-