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fast ganz thicrisch, nur seelisch; noch wortarm in der Sprache:daher auch gedächtnißarm. Zwar denkt er, aber denkt meistens nurwortlos. Geschehenes ist leicht vergessen. Er weint einen Augen-blick und lacht im nächsten mit unmäßiger Freude. Er belauschtaufmerksam das Treiben der Thicrc und lernt von ihnen seine erstenKünste; zieht mit Weib und Kind durch die Einöden, wohin Nah-rung und Sicherheit ihn locken: läßt seine Ungebuudenheit ungernbeschränken und will keine andere Herrschaft dulden, als die derNaturtriebe. Alles erscheint ihm noch, als Gemeingut. Erst Ver-mehrung der Volksmenge und Beschränkung des Raums, oder Furchtvor Nachbarhordcn, zwingt zürn fester« Verband der Familien, zugewissen Formen geselligen Vereins. Die Erfahrung der Altenlehrt und leitet im Frieden; Kühnheit und List des Stärksten be-fehligt im Kriege.
So tritt der Wilde auf die Stufe der Halbwilden, in dasAlter der Knabcnzeit. Immer noch am Lcitband der Naturtriebegegängelt, sind die Thierc der Wildniß seine Vorbilder. Er be-schleicht den Feind, Wieste; er verstellt sich, Wieste. Seine Tänze,Spiele und Belustigungen sind den ihrigen nachgebildet; er schmücktfich selbst mit ihren Namen. Kriegerstolz, der jeden Schmerz ver-höhnt , ist seine Manncsehrc. Der Stärkere wird Herr des Schwä-cher«, das Weib Knechtin des Gatten, der Besiegte Sklav desSiegers; ein Held oder ein Stammvater der Horde, ihr Häupt-ling; die Kriegcrgemeindc gesetzgebend für alle. — Unter mannig-facher« Erfahrungen wird auch der Geist wacher. Das erstärkendeGedächtniß leitet den Halbwilden sicher durch die Urwälder; lehrtihn Thateu der Väter den Enkeln in Sagen überliefern und mitBildern des Sichtbaren das Unsichtbare nennen. Ein rcgewerden-dcs Gefühl des Schönen erfindet rohes Schmuckwerk des Weibes;die Tättowirung des Mannes, daß er schrecklicher scheine. — DerHalbwilde, der vor nichts zittert, erschrickt nur noch vor der All-Lsch. Selbstscha«. II. 7*