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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
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zieht das Göttliche ins Irdische nieder, und verklärt Irdisches inGöttlichkeit. Der Jüngling, schwankend zwischen Sinnen- undGeisteslust, steht die Welt nicht, wie flc ist, sondern vernunftge-mäß sein soll; kennt keine Mittelstraße; wird Engel und Teufel;Tyrann und Sklav; erfindet was er nicht findet.

Wenn, nach diesen Gährungen, das leibliche Leben seinen Banim Mannesalter befestigt hat, der Rausch stürmischer Gefühleverflogen ist; die Fantaste mit gesenktem Flügel neben der Leicheschöner Hoffnungen trauert, und schmerzliche Erfahrung vor denGefahren geliebter Thorheiten und geheiligter Jrrthümcr warnt:dann wird Einfluß des Verstandes herrschend. Der Sterbliche,noch «»gezogen vom Reiz der Wirklichkeit um ihn her, gibt stchihm nur mißtrauisch hin, nnd das Ideale und Höhere in ihm be-argwöhnt er, als unsichere Träumerei. Er unterhandelt auf Be-dingung hin mit beiden; will seinen Vorthcil vom Irdischen undUcberirdischcn; will lieber klug sein, als wahr nnd offen; lieberdas Nützliche, als das Edle. Lebcnsbeguemlichkcit wird sein Lebens-ziel; er sich, in schlauer Selbstsucht, sein Gott. Zwar mahnt sthndas Gesetz der Heiligkeit an Höheres, als das Vergängliche. Dochder Verstand verwandelt auch dieses nur zu oft in unfruchtbareSchulbegriffc, oder in Schminke eigennütziger Begierden. Spätgelangt der Geist zur Alleinherrschaft über das Thicrthum; dasGotteSgcsetz, die Vernunft, zum Sieg über die Macht des Irdi-schen; der Mensch zur Vollendung im Hochmcnschlichcn.

Die Entwickelungsgeschichte des einzelnen Sterblichen ist dieEntwickelungsgeschichte ganzer Nationen. Sie wohnen auf demErdball, wie Kind und Knabe, Jüngling und Mann, in sehr un-gleichen Höhen der Ausbildung; langsam ihrem Ziel cntgegcnrciscnd.

Der Stand der Wildheit ist ihr Kindheitsalter. DcrWildeauf den untersten Stufen, wie er noch den reisenden Europäernin einzelnen umherziehenden Familien Ncuhollands begegnet, ist