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seiner Triebe, bis zum Tode ungetrübte Gesundheit. Selbst dashohe Alter desselben, das die Kräfte bricht, die Sinuc auslöscht,ist Gesundheit; weil es die dem Gesctzthum des Lebens gemäßeBollendung seines Erscheinens ist. Wer das Alter an sich, mitden dasselbe begleitenden Gebrechen, Krankheit nennen will, sollbillig auch die Jugend au sich, mit den Mängeln ihres nochunvollkommncn Gliedcrbancs, Krankheit heißen. Der Mensch ist's,der den Thicren die meisten Krankheiten znfnhrt, wenn er siezähmt, als HanS- und Hecrdenvich benutzt, ihre Instinkte undTriebe durch aufgezwnngcnc Gewöhnungen beschränkt, und ihnenNahrung und Trank, Lust und Licht, Bewegung und Ruhe, nichtnach ihrem Bedürfnis?, sondern nach seinem Zweck, oder Vvrthcil,znmißt. Die Natur ihres beseelten Lebens sorgt weiser für ihreErhaltung, als menschliche Kunst und Willkür. Gleich ihnen,nnd aus dem nämlichen Grunde, crfreun sich, unter den Sterb-lichen, die Familien nnd Horden der Wilden einer selten erschüt-ternden Gesundheit, in natürlicher Stillung ihrer Bedürfnisse.Erst mit den Lastern, Verwöhnungen und reizenden Giften derBarbarei und Civilisation dringt, als deren furchtbares Gefolge,das Heer zahlloser Gebrechen und Krankheiten, nnd von Geschlechtauf Geschlecht vererbender Leiden, auf sie ein, denen die unge-wisse Kunst des Arztes vergebens wehret.
Und eine ungewisse Kunst wird diese Wohl immerdar bleiben,weil sie auf Erfahrungen beruht, deren Wiedcranwendnng undErgcbuiß, durch vielerlei »»erforschbare Zustände nnd Verhältnisse,fast überall anders bedingt ist. Nnd wie genau schon unsre Kcnnt-niß von Bau nnd Bestand, Bestimmung nnd Zusammenhang deräußern nnd inner» Gliedmaßen des Mcnschcnlcibcs sein mag; nndobwohl wir selbst der zartesten Nerven Richtung, Gewebe nndVerflechtung beobachten: wir erblicken doch nur das todte Stof-fischc, nicht das, dessen Träger es ist; nicht das gehcimnißvolle