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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
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194
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IS4

Thier hat keinen Willen. Daher kann es sich nicht, nach Be-lieben, ans etwas Gewesenes besinnen, sondern nur, angeregtnon einer Erscheinung in der Außenwelt, sich des Gleichartigenerinnern.

«O Ahiiungsslim. Rhabdomantic. Mondsucht. Somnambulismus.

Der Höchste, vielleicht sollt' ich auch sagen, der Tiefste derseelischen Sinne, ist der Ahn-nngssinn. Vielleicht sollt' ich ihnnicht einmal Sinn, sondern Quell aller Sinne nennen; ihn viel-leicht das seelische Selbst heißen, welches zum Empfinden und Ge-wahren nicht einmal des körperlichen Lebcnsgcbildcs bedarf; beimWirken gewissermaßen Raum und Zeit verliert; ohne leiblicheSinnwcrkzeugc, mit den Erscheinungen der Außenwelt in Verbin-dung stehn kann; und sich in den niedrigsten, wie in den vollkomm-ncrn, Thiergattungcn aus die mannigfachste Weise zu erkennengibt. Vielleicht erregen diese Worte da und hier ungläubigesLächeln. Aber ich spreche von keinen übernatürlichen Dingen.

Das seelische Wesen, mit dem Leben eines Leibes verbunden,ist weder zu jeder Zeit, in allen Gliedern, empfindend vorhanden(65.), noch ans die Umgränzung des Körpers beschränkt, sonderntritt thatsächlich, auch über die Oberfläche desselben, hin-aus. Es ist bekannt, daß glicderarme Thiere der untersten Gat-tung, denen noch äußere Sinn-Organe gänzlich fehlen, dem,was sic leiblich bedroht, fliehend auSwcichcn, bevor sie davon be-rührt werden. Es ist bekannt, daß man Personen aus ihrem er-sten, tiefsten Schlaf, ohne sie zu berühren, aufstörcn kann, wennman über ihre Wange, einige Zoll von derselben entfernt, denausgestreckten Finger hin und her bewegt. Ich will des Vor-gefühls vieler Thiere von Gewittern, Erdbeben, bevorstehendenSeuchen und andern Zustaudsvcränderungen des Dunstkreises, nicht