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Erinnerungen umringt, thätig bleibt, nennen wir ihn kindisch.Denn in dcr That, beim Verlust späterer Erfahrungen, und nuraus die dürftigen der ersten Jugend beschränkt, kann er nur noch,gemäß diesen, vergleichen, urthcilen, handeln, gleich dcmKinde.—Darum aber ist die Seele selbst nicht geringer« und ärmcrn Wesensgeworden, weil ihr die Mittel der Wcscnsäußcrung gegendie Außenwelt vermindert sind. Wir wissen, daß sic in Zuständen,da sie, entfesselter vom Körper, wirken kann, keines vomLeben geschaffnen Organes für das Gedächtniß bedarf. Es gibtZeiten, gewöhnlich in der TodcSnähe, in welchen kindische Alteplötzlich wieder zum Bewußtsein auch der nähern Vergangenheiterwachen, wenn schon nur flüchtig. Es sind „ihre lichten Augen-blicke", wie man zu sagen Pflegt. Es begegnet Gesunden, daßin ihrer Seele, wenn diese sich während tiefen Schlafes in sichzurückgezogen hat, Traumbilvcr von Dingen wieder hell werden,denen sie, als solche ehmals in der Wirklichkeit erschienen waren,kaum Aufmerksamkeit, und noch weniger späterhin einen Gedankengeschenkt hatten. Es ist bekannt, daß, im Schlafwachen der Som-nambülcn, Erinnerungen von neuem auflcnchten, welche, im ge-wöhnlich wachen Zustande, längst schon und, scheinbar unwieder-bringlich, erloschen waren.
In nieder» Thicrklaffcn ersetzt der Instinkt (welcher das demLeben Schädliche und Unschädliche lehrt), ohne daß jene die Dingekennen, den Sinn des Gedächtnisses. Auf höherer Stufe be-seelter Geschöpfe wird der Instinkt schon von einem Gedächtnißunterstützt, welches, schwäch und flüchtig, den Gegenstand eben sobald wieder vergißt, als er nicht mehr in Gegenwart auf dieAußcnsinne wirkt. Die Erinnerung und die daran geknüpften Ge-fühle werden erst wieder verjüngt, sobald ihr Gegenstand, oderein ähnlicher, abermals vor den Außensinn tritt. Bei Thicrender obersten Ordnungen wird aber auch das Gedächtniß mächtiger