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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
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willkürliche Mitfühlen und unwillkürliche Mitäußern dcffen eigen,was er an den Zuständen eines Andern wahrniinmt. Es ist gleich-sam ein Hang zum dcutlichern Ncbcrsctzcn fremder Stimmungenin das eigne Seelische. So wird das Lachen, Weinen, Gähnenansteckend. So zichn sich nnvorsätzlich unsre Muskeln in Hals,Schlund und Brust krampfhaft zum Husten zusammen, wenn wireinen Andern in der Gefahr des Erstickens sehn, als könnten wirdurch unsre Anstrengung ihn von der Beengung seiner Luftröhreerlösen. So können sich selbst epileptische Zufälle und andre Krank-heiten, durch bloße Gewährung ihrer Acußerungcn, mittheilcn.

2c lebhafter Gefühlsinn, Aufmerksamkeit und Gedächtnißthä-tigkeit in den Thiergattungen werden, um so lebhafter wird, demReiz der Gewohnheit entgegen, der Sinn für Nachahmung.Die Seele strebt sich des ermüdenden Einerlei's zu cntschlagen,und durch Nachahmung fremdartiger Verrichtungen, im Wechselder eignen, Wohlgefühl zu schaffen. Die vielstimmige DrosselAmerika's, die Papageien, Staare und andre Spottvögcl, wieder-holen die Töne Anderer. Der Affe gefällt sich, wie das mensch-liche Kind, in Nachbildung von Bewegungen und Geschäften, dieer beobachtet.

Thicre, mit einem reichern Gedächtniß ausgestattet, wie Affen,Elephanten, Löwen, Hunde, Katzen u. s. w. verrichten nachah-merisch zuweilen Handlungen, welche Verstand und Kcnntniß derZwecke zu vcrrathen scheinen. Indem sie bemerken, daß regel-mäßig, irgend einer Thatsache, die zweite zu folgen pflegt,stehn Leide mit einander ungctrcnnt in ihrer sinnlichen Vorstel-lung (d. i. im Gedächtnißbildc) beisammen. Thiere verrichten,oder vermeiden die erste Thatsache, und erwarten das Erschei-nen der gewöhnlich sie begleitenden Folge.