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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
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bis ihr Geist, unter Erkenntnissen und Erfahrungen, durch dasSchicksal entfaltet, die Fesseln der Abrichtungskünstc abstreift, und,frei, im Nrthcil und heiligender Willcnsmacht, zum Naturgemäßenzurückkehrt; das heißt, zu seinem eignen Gesetz, dem ihm unmit-telbar ans Gott gewordenen.

64. Nachahmungssinn.

Aber im Innern der Seele selber liegt, dem naturgemäßenBeharren der Einzelwesen in ihrem Thun, ein Trieb und Sinnandrer Art gegenüber, der ihr Erstarren in todier Gleichheithindert. Er ist dem allgemeinen Urgcsetz der Natur entsprossen,nach welchem Alles, im Ucbcrgang vom Gleichartigen zum Gleich-artigen, ins Mannigfaltige gegensätzlich wird. Es ist der Triebthicrischcr, unwillkürlicher Sympathie, welcher sich im Seelischenzum Nachahmung ssinn gestaltet. Dieser ist dem Gewohnhcits-sinn gegensätzlich und, wie dieser, vom Anfmcrksamkcitssinn ge-rufen und bethätigt. Auf den untern Stufen der Thicrwclt, wodas pstanzische Leben noch in voller Ncbcrmacht waltet, bemerkenwir den Nachahmungssinn kaum; deutlicher erst in Geschöpfen,die mit irgend einer Art Scelcnsprache (63.) zu gegenseitiger Mit-thctlung der Gefühle begabt sind. Es ist da ein kaum widcrstch-barcr, wenn auch milder, Reiz, die von Andern geäußerten Em-findungcu oder Gefühle, in sich selbst überzusctzcn und sieähnlich zu äußern. Es ist Erregung vom Gleichartigen desEinen im Andern. Der Morgcnrnf des Hahns weckt Empfindungund Nuf der Entfernten seiner Geschlcchtsgcnoffen. Das nächtlicheGebell eines Hundes wird, vom wachsamen Nachbarhund, wieder-holt, wie sich in ihm, durch die Stimme desselben, das dem Lautentsprechende Empfinden regt. Selbst dem Menschen ist dies nn-