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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
Seite
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fehlt, mangelt auch das Seelische; obgleich noch das Lebenimmer darin fortwirkt; so wie auch Knochen, Haare, Nägel u. s. w,des Seelischen entbehren, obschon nicht des Lebens.

Wie grobsinnlich und materiell cs immerhin scheinen mag,wenn man der Seele ein Vermögen der Ortsverändcrung zu-schrcibt, zeugen doch 'Thatsachen jedes Augenblicks dafür. DerThierleib empfängt, eben durch seine Beseelung, Fähigkeit zurwillkürlichen Bewegung von einem Punkt zum andern; erempfängt ihn nicht durchs Leben Dies wohnt, für sich allein , auchim ruhigen Reiche der Pflanzen. Im nächtlichen Schlaf, oder imWinterschlaf der Thicrc, weicht nicht das schaffende Leben, aberdie empfindende Seele von den äußern Theilen nach den innerndes Körpers zurück. Die Sinnwerkzcuge scheinen ausgestorbc».Der Leib gleicht einem empfindungslosen Leichnam. Aber beim Er-wachen strömt die Seele, ans allen ihren Nervenbahnen, vomInnern wieder gegen die Oberfläche hervor. Im magnetischenSchlafe, oder in Ohnmächten, Starrsuchtcn u. s. w. ist die Seeledes Menschen zuweilen so ganz von den äußern Gliedern undSinnwerkzeugen abgezogen, daß der Kranke selbst von Lcibesvcr-letznngcn nichts gewahrt.

Während der innere Sinn des Aufmcrkens in stärkster Erregt-heit thätig wird, äußert sich die seelische Ortsveränderung leb-haft. Das scheue Roß achtet nicht Ruf des Reiters, nicht Spornund Gebiß; cs beachtet nur den ihm ungewöhnlichen Gegenstand;ist ganz Aug' und Ohr; seine Seele ist darin zusammengedrängt.Der Mensch, in gespannter Aufmerksamkeit, empfindet sich selbstnicht mehr; vergißt sich und was ihn umgibt; lebt und gewahrtund fühlt gleichsam nur noch in einem einzigen seiner Anßen-sinne. Wendet er willkürlich irgend einer Gegend seines Leibesausschließliche Aufmerksamkeit zu: so wird das seelische Empfindenin derselben Gegend klarer und bestimmter. Ein Schmerz wird