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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
Seite
179
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artigen von dem, was, in der Gedankenwelt des Geistes, Be-griffe sind. Der Blick des Thiers, der Blick des Kindes, wiedes erwachsenen Menschen, wendet stch^ wie überhaupt vorzüglichdem Lichte, so auch zuerst immer den Rändern und Umrissender Gegenstände zn, und später erst den Einzelnheiten und beson-der» Merkmalen, die der Umfang des Ganzen in sich begreift.Durch diese Sinnesbegriffc, wenn ich sie so nennen darf, un-terscheidet auch das Thier Allgemeines vom darin enthaltene»Besonder»; und bereitet die Seele des Säuglings den Geistdesselben schon zn den künftigen Verrichtungen in Bildung vonVerstandes- und Vernunstbegriffcn vor. Die Natur erzieht undleitet gleichsam den Geist, auf dem Wege der Sinnlichkeit, zuseinen übersinnlichen Geschäften.

63. Seelcnsprache, durch Hörsknn und Gesichtssinn.

Nicht minder tritt uns der Hörsinn in einer Hähern Bestim-mung entgegen, nicht bloß, als Lebcnswarner bei drohenden Na-tnrgcwalten. Er ist der Schöpfer eines Verkehrs der Seelenmit Seelen. Thicre, deren Athem-Werkzeuge hinlänglich ans-gebildct sind, bringen unwillkürlich, bei Befriedigung, oder Ver-letzung, ihrer Lebenssordcrnngcn, als Verkündigung von Lust oderSchmerz, durch Erschütterungen der Luftröhre und des Kehlkopfes,Töne hervor. Durch diese Töne, welche bei gleicher Thiergattnng,und unter ähnlichen Umständen, einander ähnlich sind, entstehteine wahre Seelensprache der Thiere. Sie wird, ungelernt,von ihnen überall verstanden. Die kaum dem Ei entschlüpften Küch-lein hören und folgen dem Ruf der Mutter, deren Warnen undLocken.

Die Sprache der Seelen kann aber durch die Stimme nichts