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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
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anders bezeichnen, als nur, was im Seelischen wird und ist: folg-lich nur Empfindungen und Gefühle. Auch der Mensch istim Besitz dieser Natnrsprache, die keine erlernte ist. Er wirdin ihr, unter allen Himmelsstrichen, wohin er komme, von seinesGleichen verstanden. Sein Jauchzen und Gelächter, sein Angst-geschrei und Winseln, zu welchem Volke er gelangen mag, bedarfkeiner Nebcrsetznng. Ein anderes ist's mit der Geistessprache.Sie ist, zur Bezeichnung von Gedanken, willkürlich erfunden,obwohl ursprünglich- durch Nachahmung der Naturlaute. Sic istdurch Ucbereinknnft der Menschen, künstlich, vermittelst mannig-facher Gliederung der Stimmlautc, gebildet. Eben darum lassensich Empfindungen und Gefühle nicht mit Worten beschreiben,sondern nur in Tönen der Scelcnsprache anshanchcn; so wieumgekehrt Vorstellungen und Begriffe des Geistes nicht in glie-derte sen (nnartiknlirtcn) Lauten mittheilbar find. Und wie dieScelcnsprache, zu allen Zeiten, von allen beseelten Geschöpfe»gleicher Gattung verstanden wird: so ist die künstlich und durchUcbcrcinkunft entsprungene Bezeichnung gedanklicher Dinge, vonVolksstamm zu Vvlksstamm eine andre und muß erlernt werden.

Auch Musik ist noch Seclcnsprache. Daher bemerkt man auchbei verschiedenen Thiercn Sinn für Musik; und wirkt sic Wohlauch auf manche Menschen heilsam ein, die am Wahnsinn leiden,während die Geistessprache im Wort nichts über sie vermag. Musikist Scelcnsprache, obgleich nicht mehr reine Stimme der Natur,doch durch menschliche Kunst, im Gang und Wechsel, Steigen,Fallen, Zusammenklang, Ucbcrgang und Zeitmaß der Töne, einGleichartiges geworden; eine Malerei der Empfindungen und Ge-fühle unter dem adelnden Einfluß des Geistes; durch Wähl,Ebenmaß, und berechnete Ordnung des Ganzen und der Theile,Werk seines Wesens.

Wie der melodische Gesang des Vogels, wird auch der bieg-