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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
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kleine, farbige Scheiben umherzuschwcbcn scheinen, die vom Blauendurch Gelb zum Roth, das heißt zu ihrem Gegensatz, dem Schat-ten von sich, übergehn. Denn Schatten ist keineswegs Licht-beraubnng, oder Nicht-Licht, weil wir einen lichtlosen Schattenunmöglich sehn könnten; sondern ein wirklicher lieh tisch er Ge-gensatz einer Farbcncmpfindnng.

Der Gegensatz des reinsten Lichts ist Finstcrniß, oder Stell-vertreter derselben Schwarz. Der Schatten des gelben Lichts(z. B. der Sonne bei ihrem Auf- und Untergang) ist blau; derdes blauen Hz. B. durch blaues Glas fallenden) Lichts gelb; desgrünen Lichts (z. B. beim Scheinen der Sonne durch grünes Glas,durch grkuseidne Vorhänge) violet; des rothen Lichts (z. B. derdurch Strontiansalz gefärbten Alkoholflammc) grün, u. s. w. Undo umgekehrt *).

Vollkommen mit diesen, scheinbar in der Außenwelt vorhandnenlichtischcn Gegensätzen sind diejenigen übereinstimmend, welche sichzeigen, wenn man ein Stückchen gefärbtes Papier eine Zeit langanhaltend betrachtet, nnd dann den Blick rasch auf ciu weißesBlatt wirft: die Gegenfarbe, oder der beziehungsweise Schat-ten, wird bald nachher darüber nmherschwimmcn, z. B. nach Be-schauung einer schwarzen Fläche, ein weißlicher, Heller Schein,

*) Die farbigen Schatten zu ihren Farbenlichtcrn in jeder Abstufunggenauer zu bestimmen, dient es, wenn man die sieben Farben desNegcnbogenS, nach den durch Newtonö Messung gefundenen AnSdeh>nungSvcrhältniffen derselben in einen in 3K0 Grade gcthcilten Kreis,verschwimmend cinträgt, so daß sie vom Mittelpunkt kegelförmig ans-gehn, und die Gränze von Noth nnd Orange genau auf den löstenGrad, von Orange und Gelb auf den 72stcn Grad fällt u. s. wDann werden sich alle Farbcntöne in den zartesten Gegensätzen gegen-überstehn, nnd immer jcweilen die dunkler» den Hellern.