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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
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Der Trieb zur Sicherheit wird beim Gefühl der Stärke,durch Gewaltthat, beim Gefühl der Schwäche, durch iustinktmäßigeList befriedigt; wie unter thierähnlichcn Menschen, welchen, zurSättigung ihrer Begier, Recht und Unrecht gleichgültig wird. Ausdem Trieb nach Sicherheit quillt, beim Gefühl der Stärke, Noth-wchr; und, nach erlittener Beschädigung, Rachgier; oder, beimGefühl der Schwäche, unterwürfige Kriecherei und Furcht-samkeit.

Der Trieb zur Fortzcugung, oder der Gcschlcchtstricb,welcher beim Thier zur Begier nach Paarung, beim Menschen zurGeschlechtsw ollust wird, geht, und zwar am meisten in weib-lichen Thieren, zur Erhaltungsbegier der Jungen über.

Mit dem Triebe der Selbsterhaltnug und Fortzcugung ist derEinnistungs- und Geselligkeits-Trieb verbunden, der jedochnicht von allen Thieren gleich stark empfunden wird.

Die sogenannten Instinkte und Kunsttriebc, welche kaum,mit scharfer Bestimmtheit, unterscheidbar von einander find, könnenbei einigen Thicrgattungcn, als besondre Acußerungcn des Selbst-erhaltungstriebes, oder als desselben Hülsstriebc, angesehn werden.Wir finden diese Instinkte auch im Pflanzcnleben, bei Wahl derNahrung, des Lichts, der veränderten Stellung ihrer Zweige undBlätter, am Tage und des Nachts, oder beim Wechsel des Wet-ters u. s. w. Eben so könnten auch die Gespinnstc mancher Ran-kcngcwächse (wie etwa der europäischen Cuscuta, der Lianen u. s. w.),oder das Erhaschen kleiner Insekten (wie etwa durch die schöneOcnotherc), als Knnsttriebe des Pflanzenlcbens gelten.

Genug, und ohne hier ausführlicher zu sein: alle Lebenstricbc,indem fic beseelt (im Seelischen gegensätzlich geworden, Empfin-dungen) werden, verwandeln sich in Begierden, die, nach Beschaf-fenheit des Triebes selbst, entweder anziehend oder abstoßend,Musterungen des Verlangens oder Abschen's find; und nach