Empfindung und Gewährung, im Seelischen rege wird; Wad gleich-sam ein Urtheil des Seelischen über das Empfundeneausspricht, tritt seinerseits in fünf innere Sinne auseinander.Es find die des Aufmcrkcns, Nachahmens und Gcwöhncns,so wie des Gedächtnis;- und Ahnnngssinns. Auch für ficmag das Leben cigenthümliche Werkzeuge, vielleicht im Ncrvcn-gebict, gebaut haben, die jedoch dem Auge des Forschers bis jetzt»och unbekannt geblieben find. Man hat diese Sinne vielmals Ver-mögen, oder Fähigkeiten der Seele genannt, um sie von den Anßcn-sinncn zu unterscheiden. Aber auch diese find, so gut wie jene,seelische Vermögen und Fähigkeiten. Oder man hat sie wohl garfür Eigcnthümlichkeitcn des menschlichen Geistes gehalten. Aberder ganze Spielraum ihrer Thätigkeit ist, wie der von den Anßen-finnen, ans das Gebiet der Sinnlichkeit beschränkt; und alle neh-men wir sie, einzeln, oder vereint, wie im Menschen, auch beiThieren höherer Ordnung wahr. Das Thier merkt auf, ahmtnach, gewöhnt und errinncrt fich, und ihm ahnet Kommendes.
Bevor ich zur nähern Bestimmung des Empfindens und FühlcnS,worin das seelische Wirken in fich gegensätzlich wird, und zur be-sonder» Betrachtung der Außen- und Junenfinne übergehe, worinfich jene verzweigen, glaub' ich noch auf eine allgemeine Aehnlich-kcit beider Sinnesreihen hinzcigcn zu sollen. Nämlich: wie derAußensinn des Tastcnö, Schmeckens und Riechens den Gegen-ständen der gegenwärtigen Nähe im Raum zugcwandt sind:so ist der Jnnensinn des Aufmcrkcns, der Gewohnheit und Nach-ahmung den Gegenständen der gegenwärtigen Zeit zngc-richtet. Hinwieder, wie die Außensinne des Hörens und Sehenssich dem Entfernten im Raum zuwcndcn, so wendet sich derGedächtnißsinn dem entfernten Vergangnen, und der Ahnnngs-sinn dem Zukünftigen in der Zeit zu; beide also dem Nicht-gegenwärtigen. Die für das Nähe und Gegenwärtige geeigneten