und für dasselbe, erregten Empfindungen, werden zu Begierden.Sie sind nichts anders, als die gleichsam mit Empfindung be-kleideten Lcbenstricbe, die wir, wie in Pflanzen, auch, alseben dieselben, in den Thieren erkennen. Die mittelbar, durchLebcuSthätigkeit von Außendingen, erzeugten Empfindungen,werden Gewährungen genannt, und vermittelst fünf äußerer Sinn-werkzeuge, des Tastens, Schmeckens, Niechens, Sehensund Hörens gegeben.
Alle Empfindung, weil durch Einwirken (26.) des Lebens undseines Bedarfs im Seelischen geworden, ist eine sogenannte kör-perliche, und nach Maßgabe der Erfüllung oder Verletzung desLebensgesetzes, eine angenehme, oder unangenehme; ein leib-liches Behagen, oder Mißbehagen; ein Kitzel oder Schmerz.
Aber zum Selbstgefühl cmporgestcigert, wird das leiblicheEmpfinden in der Seele ein Anderssein von sich. Der leiblichenEmpfindung des Schmerzes, oder Kitzels, steht hier das Gefühleines Wohl- und Wehseins, der Freude und Trauer, gegen-über, ganz verschieden von Leibes-Empfindungen, ja oft ganz un-abhängig von diesen. Thicre vergessen in der Stärke ihrer Ge-fühle selbst die Triebe des Lebens; können unter Körperschmerzcnfreudig sein; und, bei leiblichem Wohlbehagen, in Traurigkeit ver-gehn. Der treue Hund stirbt, Trank und Speise verachtend, amGrabe des Herrn; und die Mutterliebe des weiblichen Affen, wieder Löwin, vergißt den Schmerz cmpfangncr Wunden, beim Wie-dcrfindcn der verlornen Jungen. — Obwohl die Wörter Empfin-dung und Gefühl im gemeinen Sprachgebrauch oft für gleich-geltend, oft in entgegengesetzter Bedeutung genommen werden,will ich fie doch, in der eben vorhin bezeichnet»: beibehaltcn; umso lieber, weil Empfinden der Dinge gleichsam ein „Auffindenderselben" durch die äußern Sinne, zu sagen scheint.
Auch das, was wir Gefühl nennen, was erst, durch äußere