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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
Seite
92
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Aber dieses Allumfassende können wir uns nicht hinwcgdcnkcn,wenn wir alle bewegten Stoffgcbildc aus unsrer Vorstellung ver-schwinden lassen, weil der Geist sich nicht selber hinwcgdcnkcn, sichnicht selbst als wissend-wesendes Nichtsein wissen kann, und weildas Gleichartige seines Gcsctzthums, dasjenige der Natur ist (25.).

Der Raum ist also nicht das Allgegenwärtig-Sachliche; son-dern ein daö Stoffische Bcgränzcndcs, die Bedingung, wodurchdas Einzelne endlich wird; ist gleichsam der Rahmen des Stvf-fischcn, wodurch dasselbe das in der Vorstellung Unterscheidbarewird. Eben so ist die Zeit nicht das Ewige selbst; sondern dasim Ewigen Bedingte, Endliche, wodurch alles Acndcrn und Be-wegen für uns Unterscheidbares wird. Beide, Raum und Zeit,sind mit den Erscheinungen selbst gegeben, d. h. die Gräuzcnothwendig zugleich mit dem Begränztcn, weil dieses, ohnejene, nicht erscheinen könnte. Auch das Thier unterscheidet Räum-liches und Zeitliches durch die Sinne, als Mannigfaltiges, nachdessen Begränznng en.

Wir empfinden mit den Sinnen weder den Raum, noch dieZeit an sich, sondern nur den Stoff und die Bewegung in beiden,d. i. das Bedingte in seiner Bedingung zur Endlichkeit. Des-halb aber sind Raum und Zeit auch nicht bloß von den Erschei-nungen abgezogene Begriffe (wenn gleich sic rein gedanklich, wieBegriffe, vorgestcllt werden können). Sic sind keineswegs vonMerkmalen und Verhältnissen der Dinge genommen, sie in sichfassende Einheitsvorstellungcn; denn alle Merkmale und Verhältnisseder Dinge sind selbst, erst durch ihre Unterscheidbarkeit, also durchihre Endlichkeit (d. i. durch Raum und Zeit) möglich. Eben sowenig ist Raum und Zeit eine bloße Form des Seelischen, fürsinnliche Anschauung; denn auch das Ucbcrsinnlichc, sobald csGedachtes wird, ist damit ein Begränztcs, Unterscheidbares, Zeit-weises geworden.