Wissen eines Gewußten möglich. Ohne Wandellosigkeit des Gesetz»thums der Natur, müßte der Geist in ewiger Irre schweben unterdem Zepter des Zufalls oder der Willkür. Es würden die Kenn-zeichen der Dinge nie dieselben sein; die himmlischen Wcltkörverschwärmten in nnzuvcrläßigcn Bahnen; Fcncrffammcn könnten auchzu Eiszapfen erstarren und Töne geschmeckt werden.
Doch statt dergleichen Gedanken, oder Ungcdanken, weiter zuverfolgen, frag' ich lieber: Was könnte uns bewegen, das Daseindessen, was, als ein nothwcndigcs Wissen, in der geistigen Wesen-heit liegt, nämlich das Wirken, mithin die Verknüpfung von Ur-sach und Wirkung, außer uns zu längncn, oder auch nur zu be-zweifeln, da wir die Einwirkungen des Draußen aus unfern Geistweder längncn noch bezweifeln können? — Auch ist das, was wirErkcnntnißgcsctz nenne», nicht etwa eine bloße nothwcndigeRegel, uns den Zusammenhang der Dinge vorzustcllen, sonderndas Ursächliche und Thatsachliche des Geistes; cs ist seine Wesen-heit selber. Er selbst ist Ursach und wird sich im Wirken gegen-sätzlich zur Thatsachc in seinen Wirkungen.
Oder möchtest du mich noch fragen: wie denn das Wirken mög-lich sei? Wie cszugche?— Daß du denkst, bedarf, als eine That-sachc keines Beweises, die sich durch ihr Dasein, als daseiend, aus-weisct. — Wie es zugehc, daß man denken, daß cm Wesenwirken könne? Die Antwort müßte eine Beschreibung dessen wer-den, was in sich, ohne Verschiedenheit, eine schlcchthinigcVerhältnißlostgkcit ist. Erst durch die Wirkungen, wenn sie da sind,wird zugleich das Unterscheidbare, mithin Bcschrcibbarc.
Im Denken wird sich der Geist ein andres Ich, ein Gcdank-'liches; und die Natur wird sich eine Welt. Das Gedachte, wiedie Welt, als Veränderliches aus dem Beharrlichen hcrvorgctrcten,sind das Bedingte im Bedingenden ihres Wesens; ein Gleicharti-ges; ein Gegensatz des Wesens, zu dem dasselbe von sich geworden