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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
Seite
58
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Wissen vom Dasein deß, das in nnserm Bewußtsein steht, unddoch nicht ans nnserm Wolien und Wissen geworden, sondern vonden Sinnen Gegebenes, in ihnen Erregtes ist.

Aber zu diesem vielfachen Gegebenen tritt der Geist dann inseinem Gcsetzthnm, und nach der Nothwcndigkcit desselben verbin-det, scheidet, ordnet er Alles zu einem Ganzen und Einen in sich.Das Ganze und Eine nennen wir die Außenwelt. Unwillkürlich,also nothwendig, nach eben jenem Gcsctzthum, nimmt er das Ge-gebene nicht für den Geber, das in seinen Sinnen Erregtenicht für das Erregende selbst. Er nennt das in seiner Ge-währung Gewordene, oder die Welt, eine Wirkung, welchereine Ursach zum Grunde liegen müsse, als das den Sinnen Ge-bende und sie Erregende. Wir nennen das Wesen der Dingeaußer uns, Natur.

Wir schauen mit den Sinnen um uns wohl die Welt; abernicht die Natur selbst in ihrer Wesenheit. Obwohl wir die Naturmit keinem der Sinne ertasten, haben wir in uns doch die Urgewiß-heit von ihrer Vorhandenhcit. Sic ist nns geworden durch die Noth-wcndigkcit des geistigen Gcsetzthums, Altes im Gegensatz von Ursachund Wirkung zu kennen und zu erkennen. Diese Gewißheit steht sounerschütterlich in nns, als die vom eigenen Dasein nnsers denkendenJchs, welches sich als Urquell seines Gedankenthnms weiß und ur-gewiß kennt. Würden wir aber thatsächlich die wesende Natnrmit den äußern Sinnen schauen können: so wäre sie nicht die Na-tnr mehr, sondern wieder eine in uns gewordene Wirkung. Nurdem Blick des Geistes allein offenbart sich in nothwendiger Urgc-wißheit das, was dem Auge des Leibes ewig verborgen bleibt:ein Reich des Vorhandenen, was hoch über dem Reich der Sinnen-welt sich verbreitet, und aus welchem diese erst ihr Licht erhält.

Wer die Idee von Ursach und Wirkung gänzlich ans seinem In-nern beransrcißen will, der will anshörcn zu denken und zu er-