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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
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Die meisten Jrrthümer der Menschen im Erforschen der Wahr-heit rühren gerade daher, daß sie das, was sie urgcwiß kenn en,auch noch erkennen wollen; daß sie ihrem Verstände das zur Aus-gabe machen, was selber einfache Grundlage für Alles wird,was irgend ihn beschäftigen kann. Sie schlagen mit ihrem Ver-stände einen so falschen Weg ein, als ans andre Weise diejenigen ,welche mit dem Dichtungsdcrmögen philosphircn und, mitden Flügeln der Einbildungskraft, das Unendliche durchfliegen wollen.

Wir kennen das Dasein des Wesenden, ohne es mitden Sinnen zu gewahren. Der Geist kennt cs, weil er selberweset, und darum-Verwandtes von allem Wcsenhaften ist. Wen»wir in der Unterhaltung mit einem Freunde seine Gedanken er-fahren: so haben wir vom Ton seiner Stimme, von der Art undWeise seines Redens eine sinnliche Vorstellung; aber eine nicht-sinnliche zugleich von dem, was in ihm den ausgesprochenen Ge-danken denkt. Es fällt niemanden bei, die gehörten Worte fürUrsachen ihrer selbst zu erklären, oder sich cinznbilden, die in un-ser», Gehör erregte Ton-Empfindung und der in uns damit er-regte Gedanke, sei das Wesen des Freundes selber; das Denkendeund Wirkende hingegen sei wesenlos, d. i. nicht wirkend.

Da aber alles Gedankliche ein Abbild, ein Anderssein, desGeistes, und die Gesammtheit der Naturerscheinungen ein Abbildihrer Wesenheit ist (18.): so führt uns das Mannigfaltige desGcdankcnthums, wie des Weltganzen, zum Wissen von, wesendenGeist und von der wesenden Natur, und durch Kcnntniß der Wir-kungen zur Erkcnntniß der wirkenden Macht beider. Ja noch mehr,da sich der Geist in seiner ganzen Gedankenwelt, die Natnrin ihrer ganzen Erschein,ingswelt, gegensätzlich ausprägt, alswas beide nrheitlich wesen: so ist die Täuschung im alltäglichenLeben so gefahrvoll nicht, wenn wir zuweilen das Wesenlose mitdem Wesenden, das Bewirkte mit dem Wirkenden verwechseln. Dem