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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
Seite
48
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Vorstellungen im Geistigen sind. Das Erregende der Sinnes-gewahrungcn und Gefühle ist aber nicht der Geist; er kennt sichmit Gewißheit, cs nicht zu sein. Nothwcndig besteht also, Wiedasseelisch Erregte, auch das Erregende außer ihm. Die Wirkungenvon außen, in den seelischen Sinnen, welche durchaus anders,als unsre Gcistcswirkungen (die Gedanken), dastehen, wollen wir,um sie von diesem zu unterscheiden, Erscheinungen nennen, unddie Gesammthcit der Erscheinungen, Welt.

Die Welt ist eine Mannigfaltigkeit wechselnder Wirkungen außeruns, welche aber in uns Gewußtes werden. Der Verstand, nachseinem Gesetzthum, muß nothwcndig in dem außer uns Bewirktenein Wirkendes erkennen, das er nicht selber ist. Wir nennendieses Ursächliche der Welt, die Natur.

Die Natur ist also das beharrliche Wesen der Dingeaußer uns; die Welt mithin das wesenlose Anderssein und Ab-bild, oder das Gleichartige (16.), der Natur. Nicht anders könnenbeide im Bewußtsein der Sterblichen stehen. So nahm sic vonjeher, so nimmt sie der Verstand der Menschheit. Da Natur undWelt nicht sachlich und an sich selbst, sondern nur als Gewußtes,im Wissen des Geistes wohnen, sind sie, wie alle Vorstellungen,seinem Gesetzthum unterworfen, und nur, wie Mannigfaltigesin der Einheit, wie Wirkung in der Ursach, denkbar und verslehbar.

Mithin bewahren Natur und Welt für den Geist unter sichdasselbe Verhältnis, wie der Geist und das weite Reich seiner Ge-danken. Die Welt ist nur die Erfüllung der Natur (15.);die Natur in Allem wesend, was die Sinne gewahren. Und wieman, nicht mit Unrecht, jeden unserer Gedanken ein Erscheinendes Geistes aus sich nennen kann, so könnte man gewissermaßenauch die Erscheinungen draußen Gedanken der Natur nennen.