45
gcnsätzlich wird, wenn, möcht' ich sagen, das Gleiche sich insich selber abstößt zu einem Anderssein und Gleicharti-gen: wird damit das Urhcitlichc nicht aufgehoben, sondern viel-mehr, als solches, erst erfüllt (15.). Beiderlei besteht untrenn-bar; jedoch in seiner Gegensätzlichkeit unterscheidbar.
Weil aber das Bewirkte, als Gegensatz des Wirkenden, nichtdas Beharrende sein kann, wird es das stets Veränderte, indemdas Ur- und Sachliche sich, in jeder seiner Wirkungen, wieder einneues Gegensätzliches wird. So erschließt sich fort und fortaus dem Allgemeinen des Gedanklichen das Besondere, aus demBcsondcrn das Einzelne. Es erwächst jene endlose Mannigfaltig-keit der Vorstellungen, welche unter sich entferntere oder nähereGegensätze bilden; Vielheit der Gedanken, welche sich aus dem all-gemeinsten Satze in das Einzelnste auseinander zweigen, und ausdem Umfassendsten der Begriffe in die zartesten besonder!! Vorstel-lungen zerfallen.
Ich spreche mit menschlicher Zunge, vom Schaffen des Unsicht-baren, und ich zittrc, daß man mich mißdeuten könnte. Denn dasist ja das große Uebel, daß unser Geist mehr weiß, als er ans-zusprcchcn vermag. Alles spaltet sich im Gegensätzlichen zumbunten Mannigfaltigen auseinander. Unerfahrenheit und Unkunde,welcherlei Einzelheit in den Erscheinungen der Natur eigentlichden unmittelbaren Gegensatz der andern bilde, macht die Er-kenntniß von ihrer Einheit schwankend. Es entstehen, wie imDenken Verwechselungen von Begriffen, so, im Beobachten nachaußen, Verwechselung der Erscheinungen.