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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
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lichcs Augc nicht sah: cm Unendliches in der Allheit des End-lichen, ein WandcllokeS in allem Wandel der Erscheinungen. DiesWettspiel dauerte aber durch die Jahrtausende fort in einer Größe,unzerstörbaren Ordnung und Herrlichkeit, unendlich höher, als jedemenschliche Weisheit und Gewalt, daß selbst die rohesten Völkervon der Ahnung unsichtbar waltender Wesen erfüllt wurden, vor-deren Allmacht sie sich ehrfurchtsvoll beugten.

Ging das gesammtc Menschengeschlecht in seiner Ahnung desHöher» und Göttlichen ganz irre? Wahrlich, wenn die standhafteAussage der Sinne, wenn die sich immer wiederholende Erfahrungein ewiger Betrug, wenn Wollen und Wissen des sich bewußtenGeistes nichts, denn Selbstverblendnng wäre: so wurde in der scchs-tanscndjährigen Lüge vom wundervollen Weltall allein Gött-lichgroßes wohnen, die Wirklichkeit aber kaum Werth sein, derSchemen dieser Luge zu heißen.

Jener Ausspruch des menschlichen Geschlechts ergeht über das,was da ist, einstimmig, wenn nicht im Besondcrn, doch im Allge-meinen; einstimmig im Vertrauen zur Sinncsbclchrung, im Glau-ben an Ucbcrsinnliches, im Wollen des Guten und Heiligen; crist ein Schrei der inner» Wahrheit, welchen keine Spitzfin-digkeit der Schulen, keine Verketzcrungswuth der Kirchen, keinWitz des Zweifels zum Schweigen treibt. Er entspringt, indemdas Sich-Unbewußte der Dinge im Bewußtsein der Geister, mitdiesem zur sckplechthinigcn Einheit anfgeht, und sich das Tiefstedes unendlichen Alls im Höchsten kündet und verklärt.

Immerdar kehrt der Zweifler von der Unentschiedenheit seinerAnsichten wieder zur Einfalt des gesunden Menschenverstandes zu-rück; und anerkennt im gemeinen Leben eine Gewißheit und Wahr-heit, die er in einseitiger Grübelei verschwunden sah. Wer amhölzernen Schreibtisch seines engen Stübchens den Glauben andas Heiligste, den Glauben an Freiheit, Ewigkeit und Gottheit