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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
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ansgchcn. Nicht deswegen, weil sie in sich das Untrügliche nndWahre ist, sondern weil doch irgend ein Wahres darin wohnenmuß. Wie hätte sie sonst Gcmctnetgenthum des menschlichen Ge-schlechts werden können?

L. W crth dcS gcmeincii Menschenvcrstaildcs.

Es liegt in den Anssprüchen des gemeinen Menschen-verstandes der Keim des Währen, oder nirgends, eben weil sicans dem Verstand der gcsammtcn Menschheit, nicht einereinzelnen Person, übereinstimmend hcrvortraten, ohne Mühe undAnswand von Scharfsinn, ohne Absicht, ohne Uebcrcinknnft zwi-schen Wcltaltern nnd Wcltthcilcn. Unsere Aufgabe bleibt nur, indiesen Aussprüchen das Unbestimmte fester zu bestimmen. Und soverfolgen wir denselben Weg, welchen unser ganzes Geschlecht,seit Anbeginn der Menschheit, zur Erkcnntniß des Währen nahm.Die Philosophie, diese Sehnsucht der Geister nach dem Unbe-dingten und Ewigwahren, ist der scchstansendjährigc Läuterungs-Prozeß unsrer Kenntnisse oder Erkenntnisse.

Die nie veraltende Majestät des Wcltgcbäu'S rief den schlichtenMenschenverstand schon früh von der Bewunderung des Sichtbarenzur Verehrung des Unsichtbaren. Wer denn hat je mit Augendas Leben gesehen in der Pflanze, das Empfindende im Thier, dasDenkende im menschlichen Leibe? Und doch gab der Sterblichealler Zeiten nnd Zonen dem Nicgcsehcncn einen Namen, da eram Vorhandensein dessen, was da wirkte, nicht zweifeln konnte.Mit seinen Sinnen bemerkte der Mensch überall die Wandelbar-keit nnd Vergänglichkeit der Dinge, aber damit erkannte er auchzugleich die Endlosigkeit nnd Beharrlichkeit des Wechsels,und daß eben die Unbeständigkeit der Dinge beständig währt.So offenbarte sich dem Blick seines Geistes, was sein leib-

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