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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
Seite
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voller, in der Thätigkeit des Verstandes; lernt durch eigenesForschen; und urthcilt, bevor er glaubt. Dann öffnen sich vor ihmdie Pforten des Zweifels, durch welche allein der Eingang zumTempel der Wahrheit stattfindct.

Also Hab' auch ich begonnen, als ich ausging, Gott zu suchen.Auch ich hatte ihn einst verloren. Es war mir nm nichts Andreszu thun, als Ruhe in der Gewißheit, nicht Ruhe oder Betäu-bung nur im frommen Glauben, zu finden. Ilm wenigsten hat michje das verächtliche Gelüst verlockt, Stifter einer neuen Schule zuheißen. Wem die Weisheit, als ein Werkzeug der Eitelkeit, dient;wer durch sic einen Namen unter Menschen, oder Ehrcnstufen,oder Rcichthum und Wohlleben erzielt, wird an ihr der JudasJscharioth. Er küßt sie, um fie zu vcrrathen. Ich mochte derWelt lieber eine einzige Wahrheit, als mir eine Welt erobern.

Es scheint am zweckmäßigsten, daß wir, nm uns verständlichzu bleiben, genau von dem Punkt ansgchcn, von welchem die ge-summte Menschheit ansging und noch immer ausgcht, Kcnntnißund Erkcnntniß der Dinge zu gewinnen.

Nämlich immer und überall hebt der Verstand seine Thätigkeitdamit an, daß er, im arglosen Vertrauen auf das Zcngniß derSinne, das Mannigfaltige des ihn umringenden Weltalls beobach-tet, von einander unterscheidet, ordnet und benennt. Ehe er sichRechenschaft zu geben weiß von dem, was Begriffe find und wieer sie bildet, begreift er schon das vielfache Einzelne in gewisseAllgemeinheiten der Vorstellung; und che er sich selber zum Gegen-stand wird, versteht er schon, den Zusammenhang der Anßendingc.

So scheidet er nach bestimmten, bleibenden Kennzeichen dasLeblose (Unorganische) vom Belebten (Organischen). Er nenntdas in Raum Ausgedehnte Stoff, und unterscheidet diesen wiedervon der Kraft, die denselben imRaum bewegt und ändert. Kräfteund Stoffe nimmt er in allen Körpern wahr; aber nicht in allezi