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2 (1853) Welt- und Gottanschauung
Entstehung
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Maße fehlen. Mer die Bewunderung so vieler Pracht undMacht artet oft zu grauenvoller Verwunderung aus, bei demGedanken: Was ist dies All? Warum ist cs vielmehr nicht vor-handen, als daß cs vorhanden ist? Warum ist nicht vielmehrein All-Nichts? Sollte nicht ein Nichts möglicher, als einEtwas sein? Von wannen stammt das Weltall, welches ich zwi-schen der Nacht der Geburt und des Todes sehe? Ans einerdunkeln Allmachtshand? Sage mir, von Wannen die Hand?"

Was ist denn zuletzt wahr und wirklich? Alles? oder vielleichtNichts? Es gibt Menschen, sie sehen nicht Farben und Formen,wie ich; sic hören die Töne nicht, wie ich. Mir ist süß, was ihnenbitter. Woran liegt's? Anders die Sinne, anders die Welt! Was istdenn nun diese eigentlich an und für sich, da sie doch das Meistedurch mich ist; oder da ich sie nur erkenne, wie sie für michzu sein scheint. Ich bemerke Ordnung und Zweckmäßigkeit in Allemwaltend. Spricht aber diese Ordnung wirklich ans den Dingen zumir her, oder sprcch' ich sic in die Dinge hinein, vermöge dernothwendigen Art und Weise meiner Sinne und meines Erkennens?Sind die in mir waltenden Gesetze des Denkens, vermöge derenich Alles, was erscheint, unter sich verbinden muß, darum auchGesetze dessen, was außer meinem denkenden Ich besteht? Werbürgt dafür, daß das Weltganze für sich ein ganz Anderes sei,als ich mir's verstelle; gleichwie im Kaleidoskop Blumcnblättchen,Splittern und Flittcrn, verworren für sich durcheinander, demAuge in regelmäßigen, zierlichen Gestalten cntgegcntretcn?"

Die allgemeinen Gesetze des Denkens znm Ban der Erkennt-nisse durch Begriffe, Nrtheile und Schlüffe sind in allen Menschendie gleichen; daher auch im Allgemeinen eine gewisse Art der Ucber-einstimmnng. Jene Gesetze bleiben so unwandelbar dieselben, wiein der Natur, nach denen die Biene unwillkürlich ihre Honigzellen,der Ameisenlöwe seine Fallgruben, der Biber sein Wasserhans