Der Zweikampf.
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Es zeigte sich aber gar bald, daß Herrn Friedrichs Wunden,so lebensgesährliche und zarte Lheile sie auch berührten, durch einebesondere Fügung des Himmels nicht tödtlich waren; vielmehr konn-te» die Acrzte, die man ihm zugeordnct hatte, schon wenige Tagedarauf die bestimmte Versicherung an die Familie geben, daß er amLeben erhalten werden würde, ja daß er bei der Stärke seiner Na-tur binnen wenigen Wochen, ohne irgend eine Verstümmelung anseinem Körper zu erleiden, wieder hergcstellt sein würde. Sobald ihmseine Besinnung, deren ihn der Schmerz während langer Zeit be-raubte, wiederkehrte, war seine an die Mutter gerichtete Frage nn-aushörlich, was Frau Littegardc mache. Er konnte sich der Thränennicht enthalten, wenn er sich dieselbe in der Oede des Gefängnissesder entsetzlichsten Verzweiflung z»m Raube hiugegeben dachte, undforderte die Schwestern, indem er ihnen liebkosend das Kinn strei-chelte, auf, sie zu besuchen und sie zu trösten. Frau Helena, überdiese Aeußcrnng betroffen, bat ihn diese Schändliche und Niederträch-tige zu vergessen; sie meinte, daß das Verbrechen, dessen der GrafJacob vor Gericht Erwähnung gethan und das nun durch den Aus-gang des Zweikampfs au's Tageslicht gekommen, verziehen werdenkönne, nicht aber die Schaamlosigkeit und Frechheit, mit dem Bewußt-sein dieser Schuld, ohne Rücksicht auf den edelsten Freund, den siedadurch in's Verderben stürze, das geheiligte Urtheil Gottes gleich einerUnschuldigen für sich aufzurufen. Ach meine Mutter, sprach derKämmerer, wo ist der Sterbliche, und wäre die Weisheit aller Zei-ten sein, der es wagen darf, den gcheimnißvollen Spruch, den Gottin diesem Zweikampf gethan hat, anszukegen! Wie? rief Frau He-lena: blieb der Sinn dieses göttlichen Spruchs dir dunkel? Hastdu nicht auf eine nur leider zu bestimmte und unzweideutige Weisedem Schwert deines Gegners im Kampf unterlegen? — Sei es!versetzte Herr Friedrich: ans einen Augenblick unterlag ich ihm. Aberward ich durch den Grafen überwunden? Leb' ich nicht? Blühe