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3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
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Der Zweikampf.

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Beschuldigung für sich aufstcllcu könne, und da sie unter Zitternund Beben erwiedertc, daß sic sich leider auf nichts als die Unsträf-lichkeit ihres Lebenswandels berufen könne, indem ihre Zofe geradewegen eines Besuchs, den sie in der bewußten Nacht bei ihren El-tern abgestattet, aus ihrem Schlafzimmer abwesend gewesen sei, sostieß Rudolph sie mit Füßen von sich, riß ein Schwert, das an derWand hing, ans der Scheide, und befahl ihr, in mißgeschaffner Lei-denschaft tobend, indem er Hunde und Knechte herbeirief, augenblick-lich das Hans und die Burg zu verlassen. Littegardc stand bleichwie Kreide vom Boden ans; sic bat, indem sie seinen Mißhandlun-gen schweigend answich, ihr wenigstens zur Anordnung der erforder-ten Abreise die nöthige Zeit zu lassen; doch Rudolph antworteteweiter nichts als, vor Wnth schäumend: hinaus ans dem Schloß!dergestalt daß, da er auf seine eigene Fra», die ihm mit der Bitteum Schonung und Menschlichkeit in den Weg trat, nicht hörte, undsie durch einen Stoß mit dem Griff des Schwerts, der ihr das Blutfließen machte, rasend auf die Seite warf, die unglückliche Littegardemehr todt als lebendig das Zimmer verließ; sie wankte, von denBlicken der gemeinen Menge umstellt, über den Hofranm der Schloß-pforte zu, wo Rudolph ihr ein Bündel mit Wäsche, wozu er einigesGeld legte, hinanSreichen ließ, und selbst hinter ihr unter Flüchenund Verwünschungen die Thorflügcl verschloß.

Dieser plötzliche Sturz von der Höhe eines heitern und fast un-getrübten Glücks in die Tiefe eines unabsehbaren und gänzlich hülf-losen Elends war mehr als das arme Weib ertragen konnte. Un-wissend, wohin sie sich wenden solle, wankte sie, gestützt am Geländer,den Fclscnpfad hinab, um sich wenigstens für die einbrechcnde Nachtei» Unterkommen zu verschaffen; doch ehe sie noch den Eingang desDörfchens, das verstreut im Thale lag, erreicht hatte, sank sie schonihrer Kräfte beraubt ans den Fußboden nieder. Sie mochte, allenErdenleiden entrückt, wohl eine Stunde so gelegen haben, und völligeH. v. Klcist's Werke. IN. Bd. 18