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3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
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Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik.

Vertrauen erforderte, und auf keine Weise schicklich war zn glauben,daß ihre Absicht sein könne, von dein Inhalt desselben einen öffent-lichen Gebrauch zn machen; so nahm sie nach einer kurzen Besinnungden Brief ans ihrem Busen, und reichte ihn unter einem heißen Kußans ihre Hand der fürstlichen Dame dar. Die Frau, während dieAebtissin den Brief übcrlas, warf nunmehr einen Blick auf die nach-lässig über dem Pult ausgeschlagens Partitur; und da sie durch denBericht des Tnchhändlers ans den Gedanken gekommen war, es könnewohl die Gewalt der Töne gewesen sein, die an jenem schauerlichenTage das Gemüth ihrer armen Söhne zerstört und verwirrt habe;so fragte sie die Klosterschwcster, die hinter ihrem Stuhle stand, in-dem sic sich zu ihr nmkchrte, schüchtern, ob dies das Musikwerkwäre, das vor sechs Jahren am Morgen jenes merkwürdigen Frohn-lcichnamsfestes in der Kathedrale anfgesllhrt worden sei. Auf dieAntwort der jungen Klosterschwcster: ja! sie erinnere sich davon ge-hört zn haben, und cs pflege seitdem, wenn man cs nicht brauche,im Zimmer der hochwürdigsten Frau zn liegen; stand, lebhaft er-schüttert, die Frau ans, und stellte sich von mancherlei Gedankendurchkreuzt, vor den Pult. Sie betrachtete die unbekannten zaube-rischen Zeichen, womit sich ein fürchterlicher Geist gcheimnißvoll denKreis abznstccken schien, und meinte in die Erde zn sinken, da siegerade das glorla in excolsia aufgcschlagen fand. Es war ihr, alsob das ganze Schrecken der Tonkunst, das ihre Söhne verderbt hatte,über ihrem Haupte rauschend daherzöge; sic glaubte bei dem bloßenAnblick ihre Sinne zn verlieren, und nachdem sie schnell, mir einerunendlichen Regung von Demnth und Unterwerfung unter die gött-liche Allmacht, das Blatt an ihre Lippen gedrückt hatte, setzte sie sichwieder auf ihren Stuhl zurück. Inzwischen hatte die Aebtissin denBrief ansgelesen und sagte, indem sie ihn zusammen faltete: Gottselbst hat das Kloster an jenem wunderbaren Tage gegen den Ueber-muth eurer schwer verirrten Söhne beschirmt. Welcher Mittel er