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3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
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Die heilige lläcilie oder die Gewalt der Musik.

hüllt unter dm Pfeilern der Kirche erblickte, das Kloster auch wegenAusführung eines schicklichen Musikwerks in der lebhaftesten Verle-genheit war. Die Aebtissin, die am Abend des vorhergehenden Ta-ges befohlen hatte, daß eine uralte von einem unbekannten Meisterherrührende italienische Messe anfgesührt werden möchte, mit welcherdie Capelle mehrmals schon, einer besondern Heiligkeit und Herrlich-keit wegen, mit welcher sie gedichtet war, die größesten Wirkungenhervorgebracht hatte, schickte, mehr als jemals auf ihrem Willen be-harrend, noch einmal zur Schwester Antonia herab, um zu hören,wie sich dieselbe befinde; die Nonne aber, die dies Geschäft über-nahm, kam mit der Nachricht zurück, daß die Schwester in gänzlichbewußtlosein Zustande daniederliege und daß an ihre Directions-sührung bei der vorhabenden Musik ans keine Weise zu denken sei.Inzwischen waren in dem Dom, in welchem sich nach und nach mehrdenn hundert mit Beilen und Brechstangen versehene Frevler vonallen Ständen und Altern eingefunden hatten, bereits die bedenklich-sten Austritte vorgcfallen; man hatte einige Trvßknechte, die an denPortalen standen, ans die unanständigste Weise geneckt und sich diefrechsten und unverschämtesten Aeußcrungen gegen die Nonnen er-laubt, die sich hin und wieder in frommen Geschäften einzeln in denHallen blicken ließen; dergestalt, daß der Klostervogt sich in die Sa-kristei verfügte und die Aebtissin auf Knieen beschwor, das Fest ein-zustellen und sich in die Stadt unter den Schutz des Commandantenzn begeben. Aber die Aebtissin bestand unerschütterlich darauf, daßdas zur Ehre des höchsten Gottes angeordnete Fest begangen werdenmüsse; sie erinnerte den Klostcrvogt an seine Pflicht, die Messe undden feierlichen Umgang, der in dein Dom gehalten werden würde,mit Leib und Leben zn beschirmen; und befahl, weil eben die Glockeschlug, den Nonnen, die sie unter Zittern und Beben umringten, einOratorium, gleichviel welches und von welchem Werth es sei, zunehmen und mit dessen Aufführung sofort den Anfang zu machen.